Gelsenkirchen (dpa/lnw). Das 47. Deutsche Traber St. Leger an diesem Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen wird seinem Ruf als klassische Derby-Revanche wieder einmal gerecht. Der dreijährige Hengst Abano As, der im August mit dem Niederländer Peter Strooper im Sulky souverän das "Blaue Band" in Berlin-Mariendorf gewonnen hatte, stellt sich in der mit 300 000 Mark dotierten Prüfung um den Großen Preis des Casino Hohensyburg der kompletten Jahrgangs-Elite. Zum Feld der zwölf Teilnehmer gehören mit Abano As, seinem "Kronprinzen" Freiherr As sowie Sterling, Here comes Joey und Ricardo As alle fünf Erst-Platzierten des Deutschen Traber-Derbys.
Die Favoritenrolle im Kampf um die Nachfolge von Arctic Star, der das St. Leger mit Hendrik Grift im Vorjahr für sich entschieden hatte, wird erneut von Derby-Sieger Abano As übernommen. Seine Ausnahmestellung hatte er zuletzt auch beim Sieg um die Züchter-Krone ("Breeders Crown") in Recklinghausen unterstrichen. Besitzer sind Olympiasieger Alwin Schockemöhle aus Mühlen/Oldenburg sowie die beiden holländischen Kaufleute Julius Smit und Paul Wals. Für dieses Trio gewann Abano As bereits Prämien in Höhe von fast 730 000 Mark.
Gegen Abano As spricht allerdings das Gesetz der Serie: Nur zwei Mal in den letzten 25 Jahren gewann der Derby-Sieger auch das St. Leger. Lediglich Pik König (1995) und General November (1996), beide aus dem Besitz des Düsseldorfer Industriellen Michael Schröer, schafften in diesem Zeitraum den Doppel-Triumph. Hinzu kommt: Zum ersten Mal in ihrer Rennkarriere müssen die dreijährigen Top-Traber die Steher-Distanz von 2 600 Meter bewältigen. "Mal abwarten, ob Abano As auch auf dieser Strecke so stark ist", sagte der zweifache Weltmeister Heinz Wewering (Castrop-Rauxel), der auf den Derby- Dritten Sterling setzt: "Wenn wir bis zum Beginn der Zielgeraden ganz dicht dran bleiben, können wir Abano As vielleicht auf den Zahn fühlen."
Herausforderer
Als erster Herausforderer von Abano As gilt aber der ebenfalls von Alwin Schockemöhle gezogene Freiherr As mit seinem ständigen Fahrer Ulrich Schnieder (Straelen). Neben dem zweiten Platz im Derby hat Freiherr As bereits zahlreiche Zuchtrennerfolge auf seinem Konto. Zuletzt gewann er den Großen Herbst-Preis in Pfaffenhofen. Seine Gewinnsumme kann sich mit mehr als 450 000 Mark sehen lassen. Von der ersten Position geht Here comes Joey, Vierter im Derby, mit Jochen Haide (München) ins Rennen. Der Derby-Fünfte Ricardo As wird vom Niederländer Jos Oorthuijsen gesteuert.
Die weiteren Starter gelten beim Großen Preis des Casino Hohensyburg nur als Außenseiter. Zu groß war bisher die Überlegenheit von Abano As und seinen schärfsten Konkurrenten. Noch am ehesten dürften der in Schweden geborene Hengst Dylandell mit dem Essener Michael Schmid im Sulky und Ghost Town, die einzige Stute im Feld, mit dem Finnen Veijo Heiskanen in den Kampf um die Geldränge eingreifen können.
Quelle: RPO Archiv