DEG verliert in Krefeld: Adler Mannheim stürmen zurück an die Spitze
zuletzt aktualisiert: 14.10.2001 - 21:29Neuss (rpo). Nur zwei Tage sind seit der bittersten Heimpleite seit sechs Jahren vergangen. Aber am Sonntag rehabilitierte sich Meister Adler Mannheim eindrucksvoll für die 0:5-Schmach gegen Nürnberg und übernahm in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wieder die Tabellenführung.
Mit 4:2 (2:1, 1:1, 1:0) bei den Berlin Capitals betrieb der Titelverteidiger und Topfavorit am Sonntag erfolgreich Wiedergutmachung für das 0:5-Debakel vom Freitag gegen die Nürnberg Ice Tigers, der höchsten Niederlage vor eigenem Publikum seit dem 3. Dezember 1995 (0:7 gegen Schwenningen).
Der DEL-Rekordmeister löste mit 27 Punkten die Augsburger Panther (26) an der Tabellenspitze ab. Die Schwaben gingen beim 1:4 (0:1, 0:1, 1:4) bei den Kölner Haien zum dritten Mal in Folge als Verlierer vom Eis. Ebenfalls an Augsburg vorbei zogen die München Barons (27). Der Vizemeister feierte mit 4:1 (1:0, 1:1, 2:0) gegen die Iserlohn Roosters im sechsten Heimspiel den sechsten Sieg. In der Spitzengruppe etablierten sich auch die Krefeld Pinguine (26), die das rheinische Derby gegen die Düsseldorfer EG mit 5:3 (1:2, 2: 0, 2:1) für sich entschieden.
Im Kampf um die Playoff-Plätze nutzten mit Ausnahme der Revier Löwen Oberhausen, die gegen die Eisbären Berlin nach Penaltschießen mit 3:4 verloren, die Gastgeber ihren Heimbonus.
Nur fünf Wochen nach Saisonbeginn meldete die DEL bereits die dritte Trainerentlassung. Nach der 1:4-Heimpleite gegen die Berlin Capitals trennten sich am Samstag die Moskitos Essen von Mike Zettel. Ein Rauswurf mit Ansage: Vor dem Spiel hatte der Vorstand bereits festgestellt, dass "der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht" und dem Kanadier ein Ultimatum gestellt. Siegen oder fliegen hieß es für Zettel, der erst Mitte Dezember 2000 die Nachfolge von Jan Benda angetreten hatte.
Am Sonntagabend stand beim 1:2 (0:0, 1:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen in Nürnberg der derzeit verletzte Stürmer Doug MacDonald an der Bande, das Training leiten bis auf weiteres die Kanadier Marc Savard und Terry Yake. "Bis kommenden Freitag sollte ein neuer Trainer da sein", erklärte Geschäftsführer Ralf Blobel: "Aber wir werden keinen Schnellschuss machen."
Die Moskitos bleiben trotz des Punktgewinns Vorletzter. Die Frankfurt Lions gaben durch einen 4:2 (0:2, 3:0, 1:0)-Heimerfolg gegen die Hannover Scorpions die Rote Laterne an die Berlin Capitals ab. Im Kampf um einen Playoff-Platz verbuchten die Kassel Huskies drei wichtige Punkte. Das Team von Bundestrainer Hans Zach besiegte die Schwenninger Wild Wings 3:1 (2:0, 0:1, 1:0).
Dicke Luft herrschte am Freitag bei Meister Mannheim. Trainer Bill Stewart kam nach der Pleite gegen Nürnberg gar nicht zur Pressekonferenz, sondern las seinen Stars in der Kabine hinter verschlossenen Türen die Leviten. "Manchmal brauchen die Jungs einen Tritt in den Arsch", ließ währenddessen Assistent Ron Ivany die versammelte Presse wissen.
Stewarts Gardinenpredigt wirkte: Am Sonntag führte der Titelverteidiger und Topfavorit in Berlin bereits nach drei Minuten durch Tore von Devin Edgerton und Michel Picard 2:0. Diese Führung ließen sich die Kurpfälzer, für die zudem Todd Hlushko (31.) und Jung-Nationalspieler Dennis Seidenberg (60.) trafen, nicht mehr nehmen. Die "Caps" verkürzten lediglich zweimal durch Tore von Andrej Wasiljew (20.) und Fredrik Öberg (33.).
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