French Open: Mathieu in fünf Sätzen k.o.: Agassi gewinnt "Duell der Generationen"
zuletzt aktualisiert: 04.06.2002 - 09:28Paris (rpo). Andre Agassi hat bei den French Open noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen. Im "Kampf der Generationen" setzte sich der Amerikaner im Achtelfinale in fünf Sätzen gegen Paul-Henri Mathieu durch.
Dabei raubte der Zahnarzt-Sohn Agassi fast den Nerv, verpasste aber nach genau dreistündiger "Behandlung" den Sensations-Erfolg knapp. Trotz einer Super-Leistung verlor der 20 Jahre junge Franzose am Montag das "Duell der Generationen" bei den French Open gegen den 12 Jahre älteren Amerikaner mit 6:4, 6:3, 3:6, 3:6, 3:6. Nicht der freche Außenseiter, sondern der glückliche Favorit stürmte ins Viertelfinale des mit 11,2 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers. Dort wartet am Mittwoch der Spanier Juan Carlos Ferrero, der den Argentinier Gaston Gaudio ebenfalls in fünf Sätzen mit 6:7 (3:7), 6:1, 6:7 (5:7), 6:2, 6:4 niederkämpfte.
"Wenn du zwei Sätze und ein Break zurück liegst, dann kann es nicht mehr schlimmer kommen", meinte Agassi, "dann denkt man nur noch von Punkt zu Punkt, dann ist es noch ein langer Weg. Mathieu hat mich sehr überrascht, er hat ein großartiges Gefühl für das Spiel." Ein langer Weg ist es auch noch bis ins Finale. "Ich bin froh, dass ich es heute bis zu diesem Punkt geschafft und noch eine Chance habe", sagte der Paris-Sieger von 1999.
Agassi stand im Stade Roland Garros am Rande einer Niederlage. Der siebenmalige Grand-Slam-Gewinner wurde von Mathieu, der nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen war, in den ersten beiden Sätzen nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. Steffi Graf musste auf den Rängen des Court Philippe Chatrier mit ansehen, wie sich ihr Ehemann denkbar schwer tat. Nichts wollte dem 52-maligen Turniersieger zunächst gelingen, dabei hatte er vor zwei Tagen gegen den Spanier Tommy Robredo noch eine Weltklasse-Vorstellung geboten.
Während Jungstar Mathieu immer wieder punktgenaue "Zauberschläge" gelangen, wirkte der an Nummer vier gesetzte Amerikaner geradezu hilflos. Allein fünf Versuche benötigte Agassi, um im dritten Satz sein erstes Break zum 2:2 zu schaffen - ein Geschenk des Franzosen. Seine Fans waren verzweifelt, die Anhänger von Mathieu kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Doch als es darauf ankam, war der Glatzkopf aus Las Vegas obenauf: Agassi nutzte seine Breakchancen im entscheidenden Satz, als Mathieu schon vom Coup träumte.
Am Vorabend waren Titelverteidiger Gustavo Kuerten (Brasilien), der an Nummer eins gesetzte Australier Lleyton Hewitt und Thomas Haas bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Der Hamburger verlor nach schwacher Leistung gegen den Rumänen Andrei Pavel in drei Sätzen.
Titelverteidigerin Jennifer Capriati machte das Viertelfinal-Feld bei den Damen komplett. Die 26 Jahre alte Amerikanerin gewann ihr Drittrundenmatch gegen die Schweizerin Patty Schnyder 6:4, 6:4. Capriati trifft in der Runde der besten Acht auf die Jugoslawin Jelena Dokic. Außerdem stehen sich an diesem Dienstag Serena Williams (USA) und Mary Pierce (Frankreich), Paola Suarez und Clarisa Fernandez (beide Argentinien) sowie im US-Duell Monica Seles und die neue Nummer eins Venus Williams gegenüber.
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