Drittes Springen der Vierschanzentournee: Ahonen auch in Innsbruck nicht zu schlagen
zuletzt aktualisiert: 03.01.2005 - 16:06Garmisch (rpo). Janne Ahonen hat sich bei seiner Jagd nach dem zweiten "Grand Slam" in der Geschichte der Vierschanzentournee in Innsbruck nicht aufhalten lassen. Der Finne entschied auf der Bergisel-Schanze auch das dritte Springen der Tour mit Sprüngen auf 128,5 und 120 Meter bei einer Punktzahl von 243,8 für sich. Martin Schmitt landete auf einem bemerkenswerten Rang.
Ahonen kann nun zum Abschluss am Donnerstag in Bischofshofen den Erfolg des Hinterzarteners Sven Hannawald von 2001/2002 wiederholen. "Ich bin total glücklich. Das war ein ganz wichtiger Schritt auf meinem langen Weg nach oben", freute sich Schmitt über sein bestes Ergebnis seit fast einem Jahr (24.1.2004 in Sapporo) und die damit fast perfekte WM-Qualifikation. "Heute war es mit dem wechselnden Wind sehr schwierig. Ich denke nur an den Gesamtsieg, nicht an die vier Siege", meinte Ahonen, der als erster Springer der Geschichte sechs Weltcups in Serie gewonnen hat und seine unglaubliche Saisonbilanz auf 10 Siege in 11 Springen (1080 Weltcup-Punkte) sowie 140.000 Euro Preisgeld schraubte.
Mit 772,3 Punkten führt Ahonen die Tournee-Gesamtwertung klar vor dem in Innsbruck zweitplatzierten Polen Adam Malysz (723,2) an und geht natürlich als turmhoher Favorit in das Tournee-Finale unter Flutlicht in Bischofshofen (6. Januar, 16.30 Uhr). "Bischofshofen ist meine Lieblingsschanze. Auch wenn noch eine kleine Möglichkeit besteht, dass ich nicht gewinne", kündigte Ahonen an. "Wer sich so durchboxt, hat es verdient", ergänzte Sven Hannawald. "Wer Geld gegen Janne setzt, wird Milliardär."
Der in Innsbruck wiederum entspannt zuschauende Hannawald verteilte auch Lob an Ex-Weltmeister Schmitt. "Das ist ein richtiges Zuckerl für Martin Schmitt. Das freut mich besonders für ihn." Dasselbe empfand auch Bundestrainer Peter Rohwein: "Martin ist hervorragend gesprungen. Der zweite Satz war richtig Klasse."
Späth und Uhrmann verärgert
Ärgerlich zeigten sich Uhrmann und der auf Rang 17 abgestürzte Dritte des Neujahrstages Georg Späth. "Ich habe mich vom Wind durcheinander bringen lassen. Ich bin sauer auf mich. Ich habe viel verschenkt", meinte Uhrmann, der in der Gesamtwertung auf Rang 7 abrutschte. "Das Glück war mir nicht hold", sagte Späth, dem Rohwein "eine schwache Leistung" attestierte.
Ahonen eröffnete das traditionelle Bergisel-Springen im halbleeren Olympiastadion (nur etwa 15.000 Zuschauer) mit einem taktischen Manöver. Zu Wadenproblemen nach dem Fast-Sturz im Finale von Garmisch-Partenkirchen seien noch Achillessehnen-Beschwerden gekommen, ließ der Finne verlauten. Trainer Tommi Nikunen forderte prompt eine möglichst kurze Anlauflänge, die Ahonen als dem anerkannt besten Springer des Feldes entgegen kommt.
Im deutschen Lager waren dagegen zunächst die Bulletins von Dr. Ernst Jakob gefragt. Der Teamarzt bescheinigte Uhrmann, seinen Magen-Darm-Infekt überwunden zu haben ("Die Kraft fehlt allerdings noch etwas"), räumte aber zugleich den diesmal nicht startberechtigten Jörg Ritzerfeld als nächsten Fall ein. Der Oberhofer soll bis Bischofshofen wieder aufgepäppelt werden.
Schmitt "von Sprung zu Sprung besser"
Nachdem Ahonen im Probesprung eigenhändig den Anlauf vor seinem Versuch um zwei Luken (von 11 auf 9) reduziert hatte, begann der Wettbewerb dann im Sinne des Topfavoriten aus Luke 10. Schmitt hatte Windglück, segelte auf 117 Meter und haderte danach: "Es hätte noch viel weiter gehen können. Nach dem Absprung hatte ich einen Fehler." Rohwein dagegen sah seinen einstigen Vorspringer "von Sprung zu Sprung besser in Form" und tröstete danach Maximilian Mechler, der an seinem 21. Geburtstag nicht mit dem Wind im Bund war und nach nur 110 Metern das Finale verpasste.
Neben Schmitt überstanden nur Späth (117,5) und Uhrmann (120, 5) aus dem deutschen Team den ersten Durchgang, der wieder einmal bei Ahonens Flug seinen Höhepunkt hatte. 128,5 Meter, klare Bestweite und das ohne günstigen Aufwind - der Finne quittierte seine erneute Ausnahme-Leistung bereits mit Siegerfaust.
Das Finale wurde mehrfach wegen des ständig von Rücken- auf Gegenluft drehenden Windes unterbrochen und zog sich fast bis in die Dunkelheit hin. Schmitt und die Favoriten Malysz und Ahonen behielten aber die Nerven. Malysz und Ahonen standen jeweils 120 Meter, der Finne profitierte von seinem Vorsprung aus der ersten Runde.
Skispringen, 53. Vierschanzentournee, dritter Sprunglauf in Innsbruck, Endstand nach zwei Durchgängen:
1. Janne Ahonen (Finnland) 243,8 Punkte (128,5+120 Meter), 2. Adam Malysz (Polen) 236,8 (123,5+120), 3. Jakub Janda (Tschechien) 232,5 (122+118), 4. Thomas Morgenstern 229,0 (112,5+127,5), 5. Martin Höllwarth 228,5 (118,5+121,5), 6. Andreas Widhölzl (alle Österreich) 227,3 (115+123,5), 7. Martin Schmitt (Furtwangen) 223,7 (117+119,5), 8. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 220,3 (120,5+115,5), 9. Akira Higashi (Japan) 219,9 (113+122,5), 10. Tommy Ingebrigtsen (Norwegen) 218,5 (117,5+117,5), ... 17. Georg Späth (Oberstdorf) 208,5 (117,5+112,5). Nicht im Finale: 34. Stephan Hocke (Oberhof) 94,0 (110), 35. Maximilian Mechler (Isny) 93,0 (110), ... 43. Alexander Herr (Rohrhardsberg) 81,5 (105)
Stand in der Tournee-Gesamtwertung nach drei von vier Konkurrenzen: 1. Ahonen 772,3 Punkte, 2. Malysz 723,2, 3. Morgenstern 721,6, 4. Höllwarth 717,2, 5. Janda 707,6, 6. Roar Ljökelsöy (Norwegen) 707,0, 7. Uhrmann 699,6, 8. Daiki Ito (Japan) 393,2, 9. Matti Hautamäki (Finnland) 679,8, 10. Späth 672,2, ... 25. Schmitt 471,5, 26. Michael Neumayer (Berchtesgaden) 431,4, ... 29. Mechler 402,2, ... 31. Herr 354,9, ... 43. Jörg Ritzerfeld (Oberhof) 190,0, ... 47. Hocke 179,3, ... 50. Kai Bracht (Oberstdorf) 173,4, ... 54. Stefan Pieper (Winterberg) 161,9, ... 60. Mark Krauspenhaar (Zella-Mehlis) 83,1, ... 66. Ferdinand Bader (Auerbach) 71,7, 67. Andreas Wank (Oberhof) 70,7, 68. Hans Petrat (Oberaudorf) 63,9
Stand im Gesamtweltcup nach 11 von 28 Springen: 1. Ahonen 1080 Punkte, 2. Janda 577, 3. Höllwarth 537, 4. Ljökelsöy 515, 5. Morgenstern 482, 6. Malysz 453, 7. Hautamäki 399, 8. Widhölzl 367, 9. Späth 293, 10. Noriaki Kasai (Japan) 271, 11. Uhrmann 257, 12. Herr 227, ... 23. Neumayer 71, ... 29. Ritzerfeld 55, ... 32. Schmitt 40, ... 34. Hocke 39, ... 40. Mechler 20, ... 51. Bracht 4, ... 57. Pieper 1
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