53. Vierschanzentournee: Ahonen der Überflieger
zuletzt aktualisiert: 31.12.2004 - 16:21Garmisch-Partenkirchen (rpo). Die Qualifikation zum Neujahrsspringen der 53. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen wurde zu einer Demonstration des Überfliegers Janne Ahonen. Der Auftaktsieger legte trotz eines deutlich verkürzten Anlaufs den weitesten Sprung hin. Aber auch von den Deutschen gibt es Positives zu berichten.
Der achtmalige Saisonsieger aus Finnland stand mit 124,5 Metern auf der Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen den mit Abstand weitesten Versuch und tritt als turmhoher Favorit zum zweiten Tournee-Wettbewerb (13.45 Uhr/live bei RTL) an. Martin Schmitt und der komplette achtköpfige deutsche A-Kader überstanden die Ausscheidung problemlos. Dagegen schieden die acht Springer des B-Kaders nach schwachen Leistungen ebenso komplett aus.
"Grandios war es nicht gerade, aber insgesamt habe ich hier drei brauchbare Sprünge abgeliefert", sagte Martin Schmitt, der nach mäßigem Training (108,5+111) in der Qualifikation mit 108,5 Metern unter 73 Startern den 36. Platz belegte. "Nach der schwachen Wettkampfleistung von Oberstdorf habe ich heute schon den Druck gespürt. Zum Glück beginnt morgen ein neues Jahr. Für mich kann das nur besser werden."
Als bester deutscher Springer schaffte der Vorjahres-Dritte Georg Späth (Oberstdorf) 118,5 Meter und wurde auf Rang acht eingeordnet. Alexander Herr (Rohrhardsberg/118) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/117) überzeugten ebenfalls mit gelungenen Versuchen. Der in Oberstdorf als Achter bestplatzierte deutsche Springer Michael Uhrmann (Rastbüchl/115) fiel etwas ab, glänzte aber zuvor im Training mit 124 sowie 121 m und damit den besten Sprüngen aus deutscher Sicht.
"Das war heute absolut im grünen Bereich. Ich habe die deutliche Steigerung bei Späth und Herr gesehen, die notwendig war. Der Auftritt der Mannschaft war insgesamt in Ordnung. Natürlich müssen wir uns weiter steigern", erklärte Bundestrainer Peter Rohwein.
Im Wettbewerb nach dem K.o.-Modus steht Martin Schmitt am Neujahrstag gegen den in die Schweiz ausgewanderten Hinterzartener Michael Möllinger vor einer schweren Aufgabe. Im einzigen deutschen Duell treffen Alexander Herr und Maximilian Mechler (Isny) aufeinander.
Die Organisatoren rechnen aufgrund der zuletzt schwachen Leistungen der deutschen Springer nur mit knapp 20.000 Besuchern. In den beiden Vorjahren war das Olympiastadion jeweils mit 26.000 Fans ausverkauft.
Statistik:
53. Vierschanzentournee, zweites Springen in Garmisch-Partenkirchen, Qualifikation:
Die weitesten Sprünge:
Janne Ahonen (Finnland) 124,5 Meter
Adam Malysz (Polen) und Thomas Morgenstern (Österreich) beide 124 ...
für den Wettbewerb der besten 50 qualifiziert:
Georg Späth (Oberstdorf) 118,5
Alexander Herr (Rohrhardsberg) 118
Michael Neumayer (Berchtesgaden) 117
Michael Uhrmann (Rastbüchl) 115
Jörg Ritzerfeld 111
Stephan Hocke (beide Oberhof) 110
Martin Schmitt (Furtwangen) 108,5
Maximilian Mechler (Isny) 107,5
Nicht qualifiziert:
Kai Bracht (Oberstdorf) 102,5
Hans Petrat (Oberaudorf) 97,5
Stefan Pieper (Winterberg) und Andreas Wank (Oberhof) beide 97
Christian Bruder (Ruhla) 93,5
Mark Krauspenhaar (Zella-Mehlis) 92,5
Ferdinand Bader (Auerbach) 92
Julian Musiol (Oberhof) 90,5
Im Neujahrsspringen nach dem K.o.-System u.a.:
Herr - Mechler
Schmitt - Michael Möllinger (Schweiz)
Späth - Jens Salumae (Estland)
Uhrmann - Jan Matura (Tschechien)
Ritzerfeld - Primoz Peterka (Slowenien)
Hocke - Noriaki Kasai (Japan)
Neumayer - Henning Stensrud (Norwegen)
Ahonen - Kazuya Yoshioka (Japan)
Malysz - Robert Kranjec (Slowenien)
Morgenstern - Jan Mazoch (Tschechien)
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