99. Lombardei-Rundfahrt: Aldag zum Abschied chancenlos
zuletzt aktualisiert: 15.10.2005 - 18:20Como (rpo). Bei der 99. Auflage der Lombardei-Rundfahrt gab es für die deutschen Radrennfahrer nichts zu holen. Als die Spitzenfahrer zum Endspurt anzogen, waren Rolf Aldag und Co. längst abgehängt. Als erster Fahrer kam Olympiasieger Paolo Bettini vom belgischen Quickstep-Rennstall ins Ziel.
Bettini setzte sich nach 246 km zwischen Mendrisio in der Schweiz und Como im Schlussspurt einer vierköpfigen Spitzengruppe vor seinem Landsmann Gilberto Simoni (Lampre), dem Luxemburger Frank Schleck (CSC) und Liberty-Seguros-Fahrer Giampaolo Caruso (Italien) durch. Dahinter dominierten jedoch schon die "Gerolsteiner".
Den Spurt der Verfolger entschied der Italiener Davide Rebellin vor seinem Teamkollegen Wegmann für sich. "Damit sind wir hochzufrieden. Das war ein sehr gutes Saisonfinale. Wir haben wieder bewiesen, dass unsere Mannschaft sicher zu den "Top 10" gehört", sagte der Gerolsteiner Teamchef Hans-Michael Holczer.
Der schon zuvor als ProTour-Gesamtsieger feststehende Italiener Danilo Di Luca vom Team Liquigas-Bianchi hatte bei "Fahrt der fallenden Blätter" im Weißen Trikot des Gesamtersten 64 km vor dem Ziel in Italien aufgegeben. Rebellin verbesserte sich hinter dem Belgier Tom Boonen (Quickstep) noch auf den dritten Platz. T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich, der schon seit einer Woche in Urlaub ist, beendete die ProTour-Saison auf dem vierten Rang vor Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong.
Nicht wie erhofft konnte sich Aldag in seinem letzten Rennen für das T-Mobile-Team in Szene setzen. Der 38 Jahre alte deutsche Meister von 2000 beendete beim 27. und damit letzten Rennen der ProTour-Serie seine Karriere, wird aber seinem bisherigen Arbeitergeber im Betreuerstab erhalten bleiben.
Keine Unterstützung
Der lange Westfale erhielt am Samstag von seinem Team nicht die nötige Unterstützug und konnte allein nicht in den Vordergrund fahren. "Das war kein guter Abschluss für uns. Keiner aus unserem Team war unter den ersten 50", sagte Teamleiter Valerio Piva.
Während sich die T-Mobile-Akteure bei der Reise zum Comer See von Beginn an zurückhielten, war das Team Gerolsteiner in den Verfolgergruppen präsent. Zunächst war Marcus Zberg in einer zwölfköpfigen Fluchtgruppe vertreten, die bei Kilometer 42 dem Peloton davongefahren war.
Die Ausreißer blieben auf dem hügeligen Kurs rund 150 km zusammen, konnten dann dem Druck der Verfolger aber nicht standhalten. Druck machte vor allem Bettini. Der frühere Weltcupsieger verschärfte beim Anstieg in Madonna del Ghisallo 45 km vor dem Ziel das Tempo, dem im Gegensatz zu Simoni und Schleck Rebellin nicht folgen konnte.
Der Gerolsteiner-Kapitän Rebellin war in der Lombardei 2002 Zweiter hinter seinem Landsmann Michele Bartoli geworden. Einen Podestplatz bei dem seit 1905 gefahrenen Traditionsrennen haben deutsche Fahrer noch nie erreicht.
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