"Die Batterie ist leer": Alexander Popp hat genug vom Rummel
zuletzt aktualisiert: 14.08.2000 - 16:00Mannheim (dpa). Alexander Popp hat genug vom Rummel und den Erwartungen. Während Daniel Elsner, sein Bundesliga-Kollege in Mannheim und der zweite deutsche Tennis-Aufsteiger dieses Sommers, die neue Popularität in vollen Zügen genießt, ist der Wimbledon- Viertelfinalist nur noch genervt. "Die Leute denken, wenn ich auf den Platz komme, schieße ich jeden weg", stöhnte der 23-Jährige nach der 3:6, 4:6-Niederlage am Sonntag in der Tennis-Bundesliga gegen den für Neuss spielenden Argentinier Federico Browne. Popp warb um Verständnis: "Ich bin auch nur ein Mensch, das vergessen die Leute häufig. Jetzt bin ich müde im Kopf, die Batterie ist leer."
Elsner dagegen, der beim ATP-Turnier im Juli in Stuttgart die Experten in Staunen versetzt hatte, freut sich über die Aufmerksamkeit. Er begeisterte die 2 500 Zuschauer in Mannheim mit seinem lockeren 6:2, 6:3-Erfolg gegen Emilio Alvarez (Spanien). "Der Bursche hat ein drei Vierteljahr hart trainiert und vor allem gelernt, mit Stress umzugehen", kommentierte sein Trainer Martin Ruthner die Dominanz seines Schützlings. Seine sechs Einsätze in der Bundesliga hat der Allgäuer bisher alle gewonnen.
Für acht Wochen hat sich Elsner, der nach seinem Rauswurf beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) normalerweise in der Gruppe von Günther Bresnik in Wien trainiert, in der Kurpfalz niedergelassen. "Ich habe in diesem Jahr viel auf Sand gespielt und bin fit", erklärte der 21-Jährige. Auf die US Open wird er verzichten und sich dafür auf die Hallensaison vorbereiten.
Elsner fühlt sich in Mannheim pudelwohl
Während sich Elsner in Mannheim pudelwohl fühlt, wollte Popp "endlich Ruhe". Gezeichnet von den Strapazen in der Mittagshitze packte er seine Tasche. "Der Druck ist enorm groß, schließlich bin hier zu Hause", erklärte die diesjährige deutsche Entdeckung von Wimbledon. Auch die vielen PR- und Interviewtermine in den letzten Wochen, so klagte er, hätten ihn gestresst. "Während andere schon am Pool liegen, muss ich noch Interviews geben."
Nach seinen Überraschungserfolgen habe er vor allem eines gelernt: "Die Leute, die dir heute auf die Schulter klopfen, sind morgen schon wieder weg. Wenn ich verliere und montags in die Stadt laufe, treffe ich die Leute und dann höre ich, wie sie sagen, dass ich schlecht gespielt habe." In New York wird ihm das kaum passieren. Am Dienstag fliegt Popp mit seinem Coach Helmut Lüthy nach Long Island, wo er sich auf die US Open vorbereitet.
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