Diskussionen um Daviscup-Start für England beendet: Alexander Popp wird nicht für Großbritannien spielen
zuletzt aktualisiert: 22.11.2000 - 13:14London: (dpa)Das Popp-Konzert auf der britischen Daviscup-Bühne ist endgültig abgesagt. Trotz einer erfolgreichen Rückkehr auf die Insel hat Tennisprofi Alexander Popp (Foto) alle englischen Hoffnungen auf seine Teilnahme am Daviscup zerstört. "Keine Chance, dass ich für Großbritannien spiele", sagte der Zwei-Meter-Mann am Dienstagabend, nachdem er beim ATP-Hallenturnier in Brighton in der ersten Runde gegen den Amerikaner Jeff Tarango mit 7:6 (7:5), 6:4 gewonnen hatte.
Für den 24 Jahre alten gebürtigen Heidelberger war es der erste Auftritt in England, nachdem Popp erst im Sommer bei an den "All England Championships" für Aufsehen gesorgt hatte. Der Tennisprofi mit Abitur war in Wimbledon nach Siegen über Michael Chang, Gustavo Kuerten und Marc Rosset bis ins Viertelfinale gestürmt und auf dem heiligen Rasen zum Liebling der englischen Medien avanciert. Dank seiner im mittelenglischen Wolverhampton geborenen Mutter besitzt Popp auch einen britischen Pass.
Vor Wimbledon hatte der einstige Nobody gänzlich offen gelassen, für welches Land er Daviscup-Einsätze bestreiten wolle. In Brighton erteilte er nun eine endgültige Absage an alle, die ihn an der Seite Tim Henmans für Großbritannien spielen sehen wollten. "Mit Manieren und einer Sprache, wie sie der Queen ziemen", wie es der "Daily Express" am Mittwoch beschrieb, dämpfte der Deutsche indes die Enttäuschung der britischen Tennis-Fans.
"Ich liebe England sehr. Die Menschen sind freundlich zu mir, der Tee ist gut, und ich fühle mich hier viel mehr daheim, als wenn ich Turnier in Frankreich oder Italien spiele", versicherte Popp. "Ich mag zwar halber Brite sein, aber ich bin in Deutschland aufgewachsen, und wenn ich Daviscup spiele, dann wird es für dieses Land sein." Auf einer Pressekonferenz in Brighton verriet er allerdings, dass er bisher weder vom Deutschen Tennis Bund (DTB) noch vom englischen Verband LTA auf dieses Thema angesprochen worden sei.
Für Popp, der am Mittwoch in der zweiten Runde auf den Slowaken Dominik Hrbaty traf, waren noch andere Überlegungen für seine Absage maßgeblich. "Ich komme mit den englischen Spielern sehr gut aus, darum sehe ich nicht, warum ich hierher kommen soll und ihnen das Geld wegnehmen soll, welches sie dafür bekommen, dass sie für das britische Team spielen", sagte der sechstbeste deutsche Profi im Champions Race. "Mir geht es nicht um das Geld, und ich sehe nicht ein, warum ich meine deutsche Staatsbürgerschaft aufgeben soll."
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