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Bielefeld
Alpecin sponsert umstrittenes russisches Rad-Team

Bielefeld. Der Bielefelder Shampoo-Hersteller Alpecin wechselt im Radsport den Partner und schließt sich ab der kommenden Saison als Titelsponsor dem russischem Team Katjuscha an. Das Unternehmen war seit 2015 Co-Namensgeber der Equipe Giant-Alpecin. Als deutsches Zugpferd hatte sich Katjuscha bereits die Dienste des dreimaligen Zeitfahr-Weltmeisters Tony Martin gesichert. Weitere prominente Fahrer sind Klassiker-Spezialist Alexander Kristoff (Norwegen) und Tour-Etappensieger Ilnur Sakarin (Russland). Youngster Rick Zabel (Unna), Sohn des früheren Top-Sprinters Erik Zabel, stößt ebenfalls zu Katjuscha-Alpecin.

Die Trennung vom in Deutschland gemeldeten Team Giant-Alpecin sei nicht als Abkehr vom deutschen Radsport zu verstehen, hieß es in Bielefeld. "Ganz im Gegenteil. Wir werden mit mindestens drei deutschen Fahrern und Tony Martin als deutschem Aushängeschild antreten", sagte Geschäftsführer Eduard R. Dörrenberg.

Katjuscha genießt im Radsport jedoch wie die kasachische Astana-Mannschaft einen zweifelhaften Ruf. Drei Epo-Fälle gab es in den Jahren 2009 bis 2012, weitere Verfehlungen kamen hinzu: Dem Russen Alexander Kolobnew wurde bei der Tour 2011 die Einnahme von Diuretika nachgewiesen. Dazu wurde der Italiener Luca Paolini 2015 bei der Tour als Kokain-Sünder überführt, der Russe Eduard Worganow, im Januar positiv auf Meldonium getestet, kam ohne Sperre davon.

Katjuscha war Ende 2012 die Lizenz für die World Tour verweigert worden. Das Team erstritt sie sich erst vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas). Mittlerweile ist die Mannschaft von Geldgeber Igor Makarow händeringend um ein besseres Image bemüht, nicht zuletzt nach den Vorwürfen staatlich organisierten Dopings im russischen Sport. Mit dem neuen westlichen Sponsor soll das Vertrauen nun offenbar aufpoliert werden. Diskutiert wird daher wohl auch die Trennung vom einstigen Armstrong-Helfer Wjatscheslaw Jekimow als Teammanager. Der Portugiese Jose Azevedo soll künftig das Sagen in sportlichen Belangen haben, auch er war allerdings einst Bestandteil des US-Postal-Teams von Armstrong.

(sid)
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