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WM-Qualifikation
Ex-MLB-Profi Lutz ist der deutsche Hoffnungsträger

Baseball: Donald Lutz ist der deutsche Hoffnungsträger
Donald Lutz soll die deutschen Baseballer zur WM führen. FOTO: dpa, jgm cs nic hpl
Mexicali. Im baseball-verrückten Mexiko will Donald Lutz seiner schlingernden Karriere neuen Schwung geben. Der 27-Jährige, der einst als erster Deutscher in der US-Profiliga MLB debütierte, soll die Nationalmannschaft in Mexicali zur WM führen – und könnte damit auch Werbung in eigener Sache betreiben.

"Mir bedeutet es viel, für Deutschland zu spielen. Wir haben eine gute Mannschaft, es wird auf jeden Fall ein aufregendes Turnier", sagte Lutz vor dem Auftakt der World Baseball Classic Qualifier. Bei dem viertägigen Turnier wird einer von 16 Startplätzen für die WM-Endrunde 2017 vergeben.

Für Lutz ist das Turnier eine perfekte Bühne, um sich bei den Spähern der Major League wieder ins Gespräch zu bringen. Nach einem Sehnenriss im Ellbogen im vergangenen Mai war er neun Monate zum Zuschauen verdammt gewesen. Die Cincinnati Reds trennten sich von Lutz, zuletzt holte er sich in Australien Spielpraxis und wurde in der Profiliga ABL sogar Meister. "Die vergangene Saison war natürlich schwierig. Aber ich habe versucht immer das Positive zu sehen und habe hart gearbeitet, um wieder in Form zu kommen", sagte Lutz.

Seine nächste Station auf dem Weg zurück nach oben soll Mexiko sein. "Der WBC ist das größte Turnier der Welt", sagte Lutz. Mit der Atmosphäre, die die Deutschen erwartet, ist der First Baseman nach zwei Winter-Spielzeiten in der mexikanischen Profiliga bestens vertraut. "Die Leute hier sind ziemlich verrückt. Alle lieben Baseball und die ganze Stadt steht voll dahinter", erklärt Lutz.

Bereits seit Tagen beherrscht Baseball das Stadtbild von Mexicali. Vor dem beinahe 20 000 Zuschauer fassenden Stadion in der nordmexikanischen Grenzstadt wird ein Fanfest toben. Überall prangen Banner, die Stars der mexikanischen Profiliga zieren. Der Turniergastgeber gilt auch als Favorit. Das Team der Mittelamerikaner ist gespickt mit gestandenen Profis, allen voran MLB-Superstar Adrian Gonzalez von den Los Angeles Dodgers.

Der deutsche Hoffnungsträger Lutz richtet sich vor der möglichen Partie gegen die Mexikaner auf eine unbequeme Begegnung ein. "Es wird ziemlich laut werden, die Leute werden die Gegner bestimmt hier und da beschimpfen. Man muss sich einfach die Energie daraus ziehen und ins Positive umwandeln", sagte der frühere Regensburger.

Zunächst aber bekommt es das deutsche Team am Donnerstag mit Nicaragua zu tun. Zudem hofft auch Nachbar Tschechien auf das WM-Ticket. Neben dem ehemaligen Bundesliga-Spieler Lutz kann mit dem US-Deutschen Will Ohman ein weiterer Nationalspieler Erfahrung in der Major League vorweisen. Hinzu kommen die Minor-League-Profis Markus Solbach, Sven Schüller und Nadir Ljatifi sowie die deutschstämmigen US-Profis Kent Matthes, Dominique Taylor und Bruce Maxwell. Chefcoach ist der frühere MLB-Spieler Garth Iorg.

Zwei Siege sind zum Finaleinzug am Sonntag nötig. Bei zwei Niederlagen scheidet ein Team aus dem Turnier aus. Vor vier Jahren nahm Deutschland erstmals an der Qualifikation zum bedeutendsten Nationen-Turnier im Baseballsport teil und scheiterte in Regensburg erst im Finale an Kanada.

(seeg/dpa)
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