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Tischtennis
Böse Überraschung für Timo Boll

Tischtennis: Böse Überraschung für Timo Boll
Timo Boll ging geschwächt ins Match. FOTO: AFP, AFP
Trier (RPO). Böse Überraschung statt vorzeitiger Bescherung: Tischtennis-Star Timo Boll hat einen Tag vor seinem 29. Geburtstag eine historische Bestmarke verpasst. Geschwächt von einer Weisheitszahn-OP verlor der zehnmalige Europameister das Finale der 78. deutschen Meisterschaften in Trier gegen seinen Doppelpartner Christian Süß überraschend mit 3:4.

Damit ließ Boll die große Chance, mit seinem zehnten Einzel-Titel Conny Freundorfer und Eberhard Schöler (je 9) hinter sich zu lassen, ungenutzt. Für Süß war es der erste Meistertitel im Einzel, bei den Damen gewann Kristin Silbereisen ebenfalls erstmals.

Obwohl Boll von der OP und den Folgen einer Muskelverletzung im Oberschenkel angeschlagen ins Turnier gegangen war, hatte bis zum Endspiel keiner der Konkurrenten eine Chance gegen die Nummer vier der Welt. Im Finale aber konnte Boll seine Leistung nicht mehr abrufen, spielte fahrig und verlor trotz einiger glücklicher Kantenbälle. Im Halbfinale hatte er noch scheinbar in Bestform aufgespielt und seinem Gegner Steffen Mengel (Grenzau) beim 4:0 lediglich elf Punkte gestattet.

"Der Rekord war mein Ziel, und das habe ich verpasst. Rekordmeister, das hätte schon gut geklungen. Ich bin kein Statistik-Freak, aber das wäre super gewesen", sagte Timo Boll: "Aber es werden weitere Chancen kommen. Ich war noch nicht bei einhundert Prozent, obwohl ich mich gesund gefühlt habe."

Seinen Geburtstag wird Boll im Flieger nach Katar verbringen. Dort sollen während eines fünftägigen Trainingslagers athletische Grundlagen für die Saisonhöhepunkte geschaffen werden. Boll hatte bereits im Vorfeld der DM keinen Zweifel daran gelassen, dass die Mannschafts-WM in Moskau im Mai und die EM in Ostrau im September Priorität genießen.

"Mein Hauptziel in diesem Jahr ist die Team-WM. Dort wollen wir sehr weit kommen", sagte Boll. Zuvor stehen am 20. und 21. März für ihn die German Open in der Berliner Max-Schmeling-Halle auf dem Programm.

Boll hätte zwei große deutsche Tischtennis-Spieler überflügelt. Conny Freundorfer war der Serienmeister der 50er Jahre, er starb 1988 als Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall. Eberhard Schöler dominierte die Szene in den 60er Jahren und hätte kein Problem damit gehabt, den besten deutschen Spieler der Geschichte vorbeiziehen zu lassen: "Rekorde sind dafür da, gebrochen zu werden."

Silbereisen (Busenbach) setzte sich im Finale gegen das 15 Jahre alte Supertalent Petrissa Solja (Saarlouis) mit 4:3 durch. Die Doppel-Titel sicherten sich Kathrin Mühlbach/Sabine Winter und Dimitrij Ovtcharov/Patrick Baum. Boll hatte auf einen Start im Doppel verzichtet. Im Mixed wird seit 2007 kein Meistertitel mehr ausgespielt.

(SID/born)
 
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