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CHIO in Aachen
Das größte Reitspektakel der Welt

Das ist Isabell Werth
Das ist Isabell Werth FOTO: dpa, frg tba
Aachen. Der Aachener CHIO läuft noch bis zum 23. Juli. Es geht um 2,7 Millionen Euro Preisgeld und viel Prestige. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Event. Von Gianni Costa

Der Nabel der Pferdewelt kann eigentlich nur hier liegen. Schließlich, so will es die Legende, scharrte einst das Pferd Karls des Großen mit finsterer Entschlossenheit die heißen Quellen frei und sorgte so dafür, dass an dieser Stelle später die Stadt Aachen errichtet wurde. Und in der Kaiserstadt schlägt bis heute das Herz des Pferdesports. In diesen Tagen besonders laut, denn der CHIO (bis zum 23. Juli) hat sich längst als das bedeutendste Reitturnier der Welt etabliert.

Was macht Aachen so besonders?

Alle Reiter schwärmen von der Soers. Das hat mit den perfekten Bedingungen zu tun, aber natürlich auch mit den Preisgeldern. 2,7 Millionen Euro werden ausgeschüttet - vor zehn Jahren es noch 1,55 Millionen, das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent. Allein eine Million Euro gibt es im Großen Preis der Springreiter. Und das größte Turnier der Welt hat natürlich auch das größte Reitstadion der Welt: Rund 40.000 Zuschauer können den Springreitern zuschauen. Das Stadion wird, wie der Center Court beim Tennisturnier in Wimbledon, ausschließlich in der Turnierwoche genutzt.

Was heißt CHIO?

Aachen bietet Nationenpreise in den Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren. Daher trägt das Turnier den Namen CHIO, die Abkürzung für das französische Concours Hippique International Officiel.

Was zieht man zum CHIO an?

Der CHIO ist auch viel sehen und gesehen werden. Dementsprechend hoch ist die Dichte an extravaganten Hüten und hohen Absätzen, die sich nicht immer mit dem oft durch den Regen aufgeweichten Boden vertragen. Die Soers ist indes für alle da - und macht keinerlei Vorgaben bei der Kleiderordnung. Es gibt für alle genug Platz.

Was ist der Höhepunkt?

Der Große Preis von Aachen am übernächsten Sonntag (19. Juli) ist die prestigeträchtigste und am höchsten dotierte Prüfung der Welt. In drei Durchgängen müssen die noch nicht qualifizierten Reiter Punkte sammeln, um sich einen der 40 Startplätze zu sichern. Emotionaler Höhepunkt ist trotzdem für viele der Nationenpreis am kommenden Donnerstag, wenn die Nationalmannschaften unter Flutlicht um den Sieg reiten.

Auf wen muss man beim Dressurreiten achten?

Neben der sechsmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth, die mit ihrem Paradepferd Weihegold antritt, gehören aus der Gold-Equipe von Rio noch Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. und Sönke Rothenberger mit Cosmo zum Team. Komplettiert wird das Quartett von Hubertus Schmidt und Imperio. "Der Erwartungsdruck von allen Seiten ist hoch, auch von mir selbst", sagt Werth. "Ich bin aber selbstbewusst genug zu sagen, dass ich mich mit der Bezeichnung 'Top-Favoritin' gut anfreunden kann." Ihre schärfste Konkurrentin ist die US-Amerikanerin Laura Graves.

Wer sind die Stars bei den Springreitern?

Mit der zweitjüngsten aller Mannschaften werden die deutschen Springreiter die Titelverteidigung im Nationenpreis in Angriff nehmen. Neben den Routiniers Marcus Ehning und Marco Kutscher nominierte Bundestrainer Otto Becker noch Philipp Weishaupt, der im Vorjahr den Großen Preis von Aachen gewann, Maurice Tebbel sowie Debütantin Laura Klaphake.

Was ist der Rolex Grand Slam?

Aachen ist Teil einer internationalen Turnierserie - dazu gehören Spruce Meadows (Kanada), Genf und das niederländische 's-Hertogenbosch. Wer bei drei Springen in Folge gewinnt, bekommt einen Bonus von einer Million Euro. Wird auch noch das vierte Turnier gewonnen, verdoppelt sich die Gewinnsumme.

Quelle: RP
 
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