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Reit-EM in Aachen
Springreiter schielen auf Medaille zum Abschluss

Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen
Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen FOTO: dpa, ua lre
Die deutschen Springreiter greifen am Sonntag nach dem Team-Silber zum Abschluss der Reit-EM in Aachen im Einzel noch einmal nach einer Medaille.

Nach dem verpassten Mannschafts-Gold kehrte im Lager der deutschen Springreiter allmählich die Zuversicht zurück. Im Einzelfinale am Sonntag mit zwei Runden (16 Uhr) wollen Ludger Beerbaum und Co. noch einmal angreifen. "Wir haben alle vier Paare dabei", sagte Bundestrainer Otto Becker, selbst 2003 Mannschafts-Europameister, vor dem Showdown der besten 25 Paare von Aachen. "Es sind noch zwei schwere Runden zu reiten. Da wird noch viel passieren."

Aussichtsreichster Kandidat der Gastgeber ist Ludger Beerbaum (4,75 Punkte). Der Riesenbecker geht mit seiner Stute Chiara von Rang sechs und nicht wie zunächst angenommen von Platz sieben ins Rennen. Der 51-Jährige profitierte vom Aus des auf Rang zwei liegenden Cassio Rivetti (Ukraine), dessen Pferd am Samstag lahmte. Die ersten acht Starter liegen weniger als einen Springfehler auseinander. Es führt der Spanier Sergio Alvarez Moya mit Carlos (1,47).

Für die weiteren deutschen Reiter wird es schon schwieriger, noch in den Medaillenkampf einzugreifen. Christian Ahlmann (Marl/5,56) mit Taloubet auf Rang zehn, Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen/6,09) mit dem Schweden-Schimmel Fibonacci auf Rang 13 und Daniel Deußer (Wolvertem/Belgien/7,09) mit Cornet d'Amour auf Platz 16 haben alle mehr als einen Springfehler Rückstand.

"Ich muss mich steigern"

Beerbaum selbst blieb vorichtig. "Das wird schwer mit einer Medaille. Ich muss mich steigern", sagte der 51-Jährige. Der Routinier war froh, dass er vor dem Finale noch einen freien Tag hatte. "Den kann ich gut gebrauchen", sagte der viermalige Olympiasieger nach dem Drama im Mannschaftsspringen.

Die deutsche Equipe lieferte den wieder einmal siegreichen Niederlanden mit zwei Nullrunden von Michaels-Beerbaum und Ahlmann lange einen großartigen Fight. Erst Beerbaums Fehler und schließlich Deußers Abwurf machten alle Chancen auf das erste Gold seit 2011 zunichte.

"Alle sind gut geritten. Es gibt keine Vorwürfe. Uns fehlte einfach das Quäntchen Glück. Aber das wird irgendwann zurückkommen", sagte Becker nach dem Krimi. Schon bei den Weltreiterspielen im vergangenen Jahr hatte die deutsche Equipe nach einem dramatischen Finale wegen eines Abwurfs das Nachsehen im Kampf um Gold - damals sprang am Ende nur Rang vier heraus.

Für Becker setzte sich der Heimfluch fort. Seitdem der Mannschafts-Olympiasieger von Sydney das Amt des Bundestrainers 2009 übernommen hatte, konnte die deutsche Equipe zu Hause weder im Nationenpeis noch bei einem Championat einen Sieg landen.

In der Pressekonferenz nach dem Finale gelang es Becker allerdings, die Bedeutung des Heimfluchs mit einem Hinweis auf seinen gefeierten niederländischen Trainer-Kollegen zu relativieren: "Rob Ehrens, amtierender Welt- und Europameister, ist seit elf Jahren Equipechef der Niederlanden. Und auch er konnte noch nie einen Nationenpreis zu Hause in Rotterdam gewinnen."

(sid)
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