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Tragischer Unfall bei Galopp-Derby
"Der Horror eines jeden Reiters"
Derby-Meeting in Hamburg: das Seejagdrennen
Derby-Meeting in Hamburg: das Seejagdrennen FOTO: dpa, Axel Heimken
Hamburg. Zwei tote Pferde, ein Jockey im Krankenhaus und ein aufgebrachtes Publikum: Das ist die traurige Bilanz eines schrecklichen Unfalls bei einem Hürdenrennen im Rahmen des Derby-Meetings auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Reiter Bohumil Nedorostek erlitt dabei einen Unterarmbruch und zahlreiche Prellungen.

Der Zorn der Zuschauer richtete sich gegen den Hamburger Renn-Club. Der Vorwurf: Das Rennen hätte rechtzeitig abgebrochen werden müssen. So aber waren die Stute Glad Royal und der Wallach Cool Kid nicht mehr zu retten.

In dem über 3400 m führenden Rennen hatten am Samstag drei Pferde schon am ersten Hindernis ihre Reiter verloren. Zunächst galoppierten sie mit den anderen Pferden mit, doch als man versuchte, die Pferde zu stoppen, drehten diese um und rannten den fünf anderen Pferden entgegen. Dabei kam es zum tödlichen Zusammenstoß.

"Nicht möglich, Rennen anzuhalten"

"Uns war es nicht möglich, das Rennen anzuhalten. Zwischen Umdrehen der Pferde und dem Crash verging weniger als eine Minute. Wir konnten in diesem kurzen Zeitraum keinen Einfluss auf die Reiter nehmen. Das große Pech war, dass es auch zwischen den Reitern und den reiterlosen Pferden keinen Sichtkontakt gab", teilte Peter Tasch von der Rennleitung mit.

Das Publikum quittierte die Entscheidung der Rennleitung mit Pfiffen und Buhrufen. Nach Ansicht der Zuschauer hätte man schon zu einem früheren Zeitpunkt die Möglichkeit gehabt, das Rennen zu stoppen. So mussten viele Besucher die schreckliche Szene auf einer Großbildleinwand mitansehen. Viele Zuschauer drehten sich entsetzt ab, andere weinten. Besonders bitter: Selbst nach dem tödlichen Zusammenstoß lief das Rennen weiter, der Rennbahnsprecher kommentierte das Geschehen ganz normal bis zum Ende.

"Bedauernswerter Reiter und schrecklicher Unfall"

Der 40 Jahre alte Jockey Nedorostek hatte noch Glück um Unglück. Zunächst blieb er reglos auf der Bahn liegen, ein Rettungshubschrauber wurde alarmiert und landete auf dem Geläuf. "Er hat sich einen Unterarm gebrochen und etliche Prellungen zugezogen, darüber hinaus keine weiteren Verletzungen erlitten", sagte der Mediziner Peter Wind.

Entgegenkommende Pferde seien der "Horror eines jeden Reiters", sagte Ex-Jockey Torsten Mundry, während die Rennleitung in einem Statement von einem "bedauernswerten und schrecklichen Unfall" sprach.

Hürdenrennen sind ohnehin umstritten. In Deutschland werden nur noch wenige ausgetragen. In anderen Ländern - zum Beispiel in England - finden sie nach wie vor regelmäßig statt. Dabei kommt es öfter zu tödlichen Verletzungen bei Pferden.

Quelle: sid
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