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Olympische Spiele 2024 als Ziel
Düsseldorfer modernisiert Segler-Verband

Olympische Spiele 2024 als Ziel: Düsseldorfer modernisiert Segler-Verband
FOTO: Goetz-Ulf Jungmichel
Düsseldorf. Messe-Manager Goetz-Ulf Jungmichel wird 2016 Generalsekretär und Geschäftsführer des DSV. Von Martin Beils und Thorsten Breitkopf

Hamburgs Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 war für Goetz-Ulf Jungmichel "die Kirsche auf dem Eisbecher". Der 48-jährige Düsseldorfer, der die Messe Boot als Direktor leitet, wechselt im nächsten Frühjahr als Generalsekretär und Geschäftsführer zum Deutschen Segler-Verband nach Hamburg. "Wir Segler wollen daran mitarbeiten, die Olympischen Spiele zu uns zu holen und unsere Sportler auf ein entsprechendes Niveau zu bringen. So eine Chance bekommt man selten", sagt er.

Neben Hamburg bewerben sich Paris, Rom, Budapest und Los Angeles - bis auf die Ungarn alles aussichtsreiche Kandidaten. "Dass Los Angeles ins Rennen eingestiegen ist, macht es für 2024 eventuell schwieriger", meint Jungmichel, "die Kalifornier können auf erfolgreich absolvierte Spiele 1932 und 1984 verweisen. Wichtig ist, dass die Bevölkerung in Hamburg und am Segelstandort Kiel dahinter steht. Wenn alle das Gleiche wollen, dann steigen die Aussichten auf Erfolg. Wir gehen zuversichtlich heran."

Eine Umfrage des Instituts YouGov ergab, dass 58 Prozent der Deutschen die Bewerbung befürworten, gute Chancen bei der Wahl des Austragungsortes der Spiele 2024 messen aber nur 32 Prozent der Hansestadt zu. Am 29. November stimmen die Bürger in Hamburg und Kiel über eine Bewerbung ab.

Jungmichel will mit dem DSV in die Moderne segeln. "Meine Aufgabe wird es sein, den Verband in neue Zeiten zu führen, gemeinsame Ziele zu definieren und Prozesse daraufhin auszurichten", sagt er. Das ist eine große Aufgabe in einem von Traditionen geprägten Verband, der zwölf Jahre älter als der Deutsche Fußball-Bund ist. "Das DSV-Präsidium hat eine Strukturreform begonnen und mich für die Umsetzung und Weiterentwicklung an Bord geholt. Es ist und wird ein spannender Prozess sein. Zentrale Themen sind Serviceorientierung in Richtung der Vereine, interne und externe Kommunikation und die Strukturierung und Führung von drei GmbHs für den Sport, für Service und Marketing."

Ein Vorbild findet Jungmichel in Australien, das mit dem Konzept "One Sailing" einen ähnlichen Umbau gerade erfolgreich abgeschlossen hat. "Die Vision eines modernen Verbandes und die entsprechenden Ziele müssen in einem gemeinsamen Prozedere mit allen Beteiligten definiert und erarbeitet werden: Vereine, Landesverbände, DSV-Gremien, Seglerrat und Präsidium, Mitarbeiter der Geschäftsstelle nicht zu vergessen. Das war auch der Weg der Australier." Viele Interessen wollen bedient sein.

Fünf Monate nach Jungmichels Amtsantritt stehen die Spiele in Rio de Janeiro auf dem Programm. Seit Sydney 2000 hat der DSV keine olympische Medaille geholt. Für Rio stehen zwei Medaillen in den Zielvereinbarungen, die der DSV mit dem Bundesinnenministerium abgeschlossen hat. "Wir üben uns in realistischer Bescheidenheit. Seit Amtsantritt des neuen Headcoachs David Howlett zeigt sich eine enorme Leistungssteigerung", stellt Jungmichel fest, "der Spitzensport soll die ziehende Kraft sein. Es muss für einen Sportler möglich sein, das Ziel Olympia zu erreichen. Wenn ich mich anstrenge und alles optimal läuft, komme ich da hin. Wenn Medaillen herausspringen, ist es ein Ansporn für junge Segler. Und wenn die Faszination an der Sportart wieder da ist, entsteht ein Sog."

Quelle: RP
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