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Leipziger Weltklasse-Turnerin
Erika Zuchold in Paraguay gestorben

Erika Zuchold in Paraguay gestorben
Erika Zuchold ist gestorben. FOTO: dpa, hsc pzi hak
Asuncion/Leipzig. Sie galt Anfang der 70er Jahre als eine der elegantesten und erfolgreichsten Turnerinnen der Welt. Nun ist Erika Zuchold in ihrer Wahlheimat Paraguay gestorben. Turnfreunde in aller Welt verbinden ihren Namen mit der Erfindung des Flick-Flacks am Schwebebalken.

Erika Zuchold, eine der erfolgreichsten deutschen Turnerinnen, ist tot. Ihr Bruder Thomas Barth bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag einen Bericht von LVZ.de, wonach Erika Zuchold im Alter von 68 Jahren bereits am Samstag in ihrer Wahlheimat Paraguay gestorben ist.

Eigentlich wollte Erika Zuchold immer zum Zirkus. Doch bevor sie ihr Berufsziel erreichte, avancierte sie zu einer Turnerin mit Eleganz, an die sich noch Jahrzehnte später die Turnfreunde in aller Welt erinnern. Im Jahr 2005 wurde sie in den elitären Kreis der Gymnastic Hall of Fame in Oklahoma aufgenommen.

Bei den Olympischen Spielen 1968 und 1972 gewann sie insgesamt vier Silber- und eine Bronzemedaille. 1970 erkämpfte sie in Ljubljana die WM-Titel am Sprung und am Schwebebalken sowie Silbermedaillen im Mehrkampf und im Teamwettbewerb mit der DDR-Riege, nachdem sie noch Wochen zuvor am Meniskus operiert worden war. Danach wurde sie in der DDR als "Sportlerin des Jahres" gekürt.

Weltbekannt wurde Erika Zuchold auch durch ihren Flick-Flack, den sie 1964 bei den DDR-Meisterschaften in Halle/Saale als erste Turnerin der Welt am Schwebebalken zeigte. Nach einigen Verletzungen endet die Karriere nach den Olympischen Spielen 1972.

Erst am 24. Juni dieses Jahres war die einstige Weltklasse-Turnerin in die Provinz Alto im Norden Paraguays ausgewandert, wo auch ihre Schwester Monika und ihre Mutter leben. Die gebürtige Thüringerin aus Lucka wurde in Südamerika bereits am 25. August beigesetzt, bestätigte ihr in Leipzig lebender Bruder.

Nach ihrer großen Sportkarriere arbeitete die 19-malige DDR-Meisterin als Kunsterzieherin. Ab 1982 erfüllte sie sich als Artistin ihren Traum vom Zirkus und war als Entertainerin tätig. Zuletzt arbeitete sie als Malerin, noch im Februar 2015 hatte sie eine Ausstellung im Kulturhaus Leuna mit Bildern und Plastiken gestaltet. Schon dort klagte sie über ihre angeschlagene Gesundheit. "Ich brauche Ruhe", sagte sie damals. Bereits im Jahr zuvor war ihr Mann, der frühere Bahnrad-Sprinter Dieter Zuchold, gestorben.

(dpa)
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