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Hambüchen führt deutsches Team an
Heimatshow und Lady Gaga : Erste Europaspiele in Baku eröffnet

Fotos: Lady Gaga singt bei Eröffnungsfeier der Europaspiele
Fotos: Lady Gaga singt bei Eröffnungsfeier der Europaspiele FOTO: dpa, zk sam
Baku. Umrahmt von viel aserbaidschanischer Folklore und einem Auftritt von US-Popstar Lady Gaga sind die ersten Europaspiele in Baku am Freitagabend eröffnet worden.

Aserbaidschans Staatspräsident Ilham Alijew, der sich aufgrund seiner rigiden Politik gegenüber Regimekritikern im Fadenkreuz zahlreicher Menschenrechtsorganisationen befindet, sprach um 22.42 Uhr Ortszeit die Eröffnungsformel.

Die aufwändige und opulente Show im Nationalstadion von Baku, an der rund 2000 Komparsen und Statisten teilnahmen, stand im Zeichen der aserbaidschanischen Geschichte. Als stetig wiederkehrendes Motiv waren die Landesfarben Rot, Grün und Blau eingebunden - phasenweise erstrahlte das Stadion innen wie außen in den drei Farben. Einen Einschnitt markierte der Auftritt von Lady Gaga, die den John-Lennon-Klassiker "Imagine" interpretierte, dessen Thema die Einheit der Völker ist.

IOC-Präsident Thomas Bach, zahlreiche Spitzenfunktionäre und insgesamt 18 hochrangige Repräsentanten ihrer Länder, darunter der russische Staatspräsident Wladimir Putin, verfolgten die Eröffnungsfeier auf der Ehrentribüne. Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten frühzeitig erklärt, der Feier fernzubleiben.

Angeführt vom früheren Turnweltmeister Fabian Hambüchen marschierte die deutsche Delegation um 21.44 Uhr mit 112 Athleten sowie Betreuern in die hochmoderne Arena ein, die auch Spielstätte bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 sein wird.

Weil einige Wettkämpfe erst in der zweiten Woche beginnen und viele deutsche Starter noch nicht in Baku sind, nahmen lediglich Athleten aus neun Sportarten - darunter Turnen, Volleyball, Tischtennis und Ringen - an der Zeremonie teil. Insgesamt ist der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baku mit 265 Athleten in 16 Sportarten vertreten.

Die siebenköpfige Delegation Armeniens wurde beim Einmarsch von den ansonsten überaus fairen aserbaidschanischen Zuschauern im Stadion mit Buhrufen bedacht - zwischen den Nationen herrscht seit Jahrzehnten ein Konflikt um die Region Bergkarabach. Dennoch entsendete Armenien wie auch alle weiteren 49 Mitgliedsstaaten der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees in Europa (EOC)
Sportler nach Baku.

Bis zum 28. Juni kämpfen bei den Europaspielen rund 6000 Sportler in 20 Sportarten (davon 16 olympisch) um 253 Goldmedaillen. Neben (noch) überschaubaren Meriten qualifizieren sich die Einzel-Sieger im Tischtennis, Triathlon und Schießen direkt für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. In weiteren sieben Sportarten können Ranglistenpunkte für Rio gesammelt werden.

Seit der Vergabe im Dezember 2012 stehen die Europaspiele wegen der hohen Kosten von rund sechs Milliarden Euro, vor allem aber wegen der Menschenrechtslage in Aserbaidschan in der Kritik. Mindestens 80 Regimekritiker befinden sich nach Informationen führender Menschenrechtsorganisationen derzeit in Haft.

(sid)
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