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Reck-Olympiasieger
55.000 Turner verabschieden Hambüchen

Merkel verabschiedet Hambüchen
Merkel verabschiedet Hambüchen FOTO: rtr, STL/LP
Berlin. Hochemotionale Farewell-Party mit 55.000 Gästen: Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen ist von seinen Fans und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Stadiongala des Internationalen Deutschen Turnfestes im Berliner Olympiastadion aus der deutschen Nationalriege verabschiedet worden.

Der Ex-Weltmeister fuhr in einem offenen gelben Sportwagen auf die Laufbahn, am Steuer saß sein Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen. Dem Vater-Sohn-Gespann folgten Hambüchens langjährige Nationalmannschaftskollegen, ebenfalls in schnittigen Cabrios.

"Für einen Nicht-Fußballer ist ein Abschied vor solch einer Kulisse etwas ganz Besonderes", sagte Hambüchen, der 40 deutsche Meistertitel holte und 27 internationale Medaillen gewann.

Mit etwas stockender Stimme fügte der 29-Jährige hinzu: "Dieser Abschied war ein phänomenaler Moment für mich. Ich kann sagen, dass ich alles erreicht habe, und möchte mich bei allen bedanken, die mich über die vielen Jahre begleitet haben."

Merkel lobte in diesem Zusammenhang die Begeisterungsfähigkeit der 80.000 Turnfestteilnehmer. "Ganz Berlin ist im Turnfieber. Und dieses Fieber darf, anders als im normalen Leben, gerne noch ein paar Tage anhalten", sagte sie.

Schon vor wenigen Tagen hatte die Regierungschefin in ihrem wöchentlichen Podcast das Turnen als "richtige Volksbewegung" bezeichnet und mit diesem Lob auch ihre Anwesenheit bei der Gala begründet.

Glück im Unglück hatten die Planer, die 18 Monate mit den Vorbereitungen beschäftigt waren, mit dem Wetter. Am Nachmittag ging ein schwerer Schauer mit Sturmböen über der Hauptstadt nieder, am Abend hatte sich die Witterung wieder weitgehend beruhigt.

Gut zwei Stunden lang wurde dem Publikum eine farbenfrohe Show geboten. 6500 Mitwirkende nahmen die Besucher mit auf eine imaginäre Stadtrundfahrt mit einem klassischen roten Doppeldecker-Bus. Ganz im Sinne des Turnfestmottos: "Wie bunt ist das denn!"

Eingeleitet worden war die Stadiongala durch einen Auftritt von Ex-Weltmeister Eberhard Gienger, der als Fallschirmspringer in die Arena einschwebte. Es war der 5192. Absprung des 65-Jährigen.

Bereits am Nachmittag war Hambüchen eine weitere Ehrung zuteil geworden. Der Ausnahmeathlet wurde im Alten Stadthaus Berlin durch Innenminister Thomas de Maiziere wie auch sein langjähriger Reck-Rivale Epke Zonderland aus den Niederlanden (in Abwesenheit) sowie die langjährige Stuttgarter Nationalmannschaftsturnerin Kim Bui mit der Flatow-Medaille ausgezeichnet.

Der Preis soll an die Rolle des Turnbewegung im Nationalsozialismus erinnern und an die beiden Turn-Olympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, die als Juden 1942 bzw. 1945 im Konzentrationslager Theresienstadt umkamen.

Das Turnfest wird am Mittwoch fortgesetzt, Höhepunkt des Tages sind die ersten fünf Gerätefinals im Kunstturnen (20.00 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle.

(sid)
 
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