| 19.09 Uhr

Hacker-Gruppe
Medizinische Dokumente von Siegemund veröffentlicht

Hacker-Angriff auf die Wada: Fragen und Antworten
Hacker-Angriff auf die Wada: Fragen und Antworten
Köln. Die russische Hacker-Gruppe Fancy Bears hat am Freitag ein drittes Paket mit medizinischen Berichten von Top-Athleten veröffentlicht. Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Hacker-Angriff auf die Welt-Anti-Doping-Agentur verurteilt, gleichzeitig aber die Veröffentlichungen mit großem Interesse verfolgt. 

"Wir lehnen ab, was Hacker tun. Aber was sie jetzt taten, kann für die Öffentlichkeit interessant sein. Vor allem für die Sportwelt. Scheinbar gesunde Sportler nehmen legal Medikamente, die für andere verboten sind", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge bei einer Tagung in Kirgistan.

Die Hacker-Gruppierung mit dem Namen "Fancy Bears" hatte vertrauliche Daten von Sportlern aus dem WADA-System publik gemacht. Am Freitag wurde ein drittes Paket mit medizinischen Berichten von Top-Athleten veröffentlicht.

Zu den elf Sportlern gehören auch zwei Deutsche: Dokumente über Tennisspielerin Laura Siegemund, frischgebackene US-Open-Siegerin im Mixed, wurden ebenso ins Netz gestellt wie von Sportschütze Julian Justus. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der betroffenen Athleten auf 40.

Dopingvergehen hat keiner dieser Sportler begangen, da für die aufgeführten verbotenen Substanzen Ausnahmegenehmigungen vorlagen beziehungsweise kein Dopingtatbestand vorlag. "Wir setzten unsere Enthüllungen über Athleten fort, die mit Erlaubnis der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur, d.Red.) dopen", schrieben die Hacker zu ihrer neuesten Liste.

Prominenteste Sportler der dritten Welle sind die Olympiasiegerinnen Mireia Belmonte (Spanien/Schwimmen), Nicola Adams (Großbritannien/Boxen), Laura Trott (Großbritannien/Radsport) und Kim Brennan (Australien/Rudern).

Am Donnerstag hatten die Fancy Bears erstmals Berichte zu deutschen Sportlern veröffentlicht, darunter die Leichtathleten Robert Harting und Christina Obergföll.

Putin zielte bei seinen Äußerungen auch auf den Ausschluss russischer Sportler bei den Paralympics ab. "Menschen, die an schweren Krankheiten leiden, an schweren Behinderungen, werden sogar auf den Verdacht hin, solche Präparate einzunehmen, von den Paralympics ausgeschlossen", ergänzte der Staatschef.

Bach bietet IOC-Hilfe nach Hacker-Angriff an

IOC-Präsident Thomas Bach hat der WADA derweil seine Hilfe angeboten. "Ich habe WADA-Präsident Sir Craig Reedie darüber informiert, dass das IOC der WADA bei den Untersuchungen helfen wird, inklusive der Kommunikation mit den russischen Behörden", heißt es am Freitag einer Erklärung des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.

In den Gesprächen mit den zuständigen Personen in Russland will Bach "den Ernst der Situation unterstreichen und um jedwede mögliche Hilfe bitten, um die Hacker zu stoppen". Bach verurteilte den Angriff auf vertrauliche Daten von Athleten als einen "inakzeptablen und abscheulichen Bruch der medizinischen Vertraulichkeit". Damit werde versucht, "unschuldige Sportler zu beschmutzen, die keine Dopingvergehen begangen haben", so Bach weiter. Das IOC unterstütze alle Aktionen der WADA im Umgang mit den Veröffentlichungen.

(sid)
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