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Schwimm-Weltmeister stirbt bei Höhentraining
Herzinfarkt unter der Dusche
Die Karriere des Alexander Dale Oen
Die Karriere des Alexander Dale Oen FOTO: dpa, Patrick B. Kraemer
Oslo. Die Schwimm-Welt steht unter Schock: Der norwegische Weltmeister Alexander Dale Oen ist am Montagabend im Alter von nur 26 Jahren im Höhen-Trainingslager in Flagstaff im US-Bundestaat Arizona an den Folgen eines Herzstillstandes gestorben.

Diesen hatte der Athlet unter der Dusche erlitten, gab der norwegische Schwimmverband NSF am Dienstag bekannt. "Dies ist der schwerste Tag für den norwegischen Schwimmsport", sagte NSF-Präsident Per Rune Eknes.

"Wir stehen alle unter Schock. Unsere Gedanken sind zu allererst bei der Familie, die Alexander so früh verloren hat. Worte können die Trauer nicht beschreiben. Es ist eine unwirkliche Situation, wir haben ein paar sehr schwere Tage vor uns", sagte Norwegens Schwimmtrainer Peter Lövberg.

Rupprath: "Sprachlos, traurig und fassungslos"

Als die schreckliche Nachricht auch nach Deutschland geschwappt war, twitterte der ehemalige Kurzbahn-Welt- und Europapameister Thomas Rupprath: "Ich bin sprachlos, traurig und fassungslos. Ein Held des Schwimmsports ist viel zu früh von uns gegangen. Ein großer Verlust."

Als einigen Teamkollegen aufgefallen war, dass Dale Oen sehr lange unter der Dusche stand, haben sie laut NSF um 19.50 Uhr nach ihm gerufen, jedoch keine Antwort bekommen. Nachdem sie den Schwimmer unter der Dusche bewusstlos vorgefunden und einen Krankenwagen gerufen hatten, wurden Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet. Diese blieben jedoch erfolglos. Um 21.00 Ortszeit sei Alexander Dale Oen für tot erklärt worden.

Beim vorangegangenen Training habe Dale Oen einen frischen Eindruck gemacht, sagte der norwegische Mannschaftsarzt Ola Ronsen. "Es unendlich traurig, dass wir nicht in der Lage waren, ihn wiederzubeleben", sagte Ronsen. Am Montag habe Dale Oen nur leichtes Training absolviert, sagte der Arzt.

Dale Oen hatte mit seiner Goldmedaille über 100 m Brust bei der WM 2011 in Shanghai nur wenige Tage nach dem erschütternden Anschlag durch Attentäter Anders Behring Breivik sein Heimatland tief berührt. "Das ist eine ganz besondere Medaille. Sie ist für die Menschen zu Hause. Wir sind hier alle mit den Gedanken in der Heimat", hatte Norwegens Schwimmer des Jahres damals gesagt. Auf dem Siegerpodest hatte er Tränen geweint.

Für die Sommerspiele in London galt der Silbermedaillengewinner von Peking als eine der größten Gold-Hoffnungen seines Landes.

Quelle: dpa
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