| 16.40 Uhr

Hallen-WM in Berlin
Frauen holen Gold, Männer verlieren Final-Drama

Deutsche Hockey-Frauen feiern den WM-Titel
Deutsche Hockey-Frauen feiern den WM-Titel FOTO: dpa, ped hak
Es war alles angerichtet für eine ausgelassene Doppelgold-Party der deutschen Hockeyteams, doch nach dem dramatischen Ende herrschte großer Frust. Ausgerechnet dem bis dahin so starken Männer-Team versagten im packenden Finale der Hallen-WM in Berlin die Nerven.

Knapp 100 Minuten nach dem Titelgewinn der Frauen durch ein 2:1 (0:0) gegen die Niederlande musste sich die DHB-Auswahl dem Europameister Österreich mit 2:3 im Penaltyschießen geschlagen geben.

"Wenn du nicht mit dem Titel nach Hause gehst, ist es einfach nur scheiße", sagte Christopher Rühr völlig frustriert bei Sport1: "Da ist nichts positiv. Klar war es ein tolles Event, aber jetzt gerade ist es einfach nur bitter."

Nach 40 Minuten hatte es 3:3 (2:1) gestanden, die Tore für das zunächst dominante Team des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) hatten Kapitän Martin Häner (6.), Martin Zwicker (8.) und Torjäger Rühr (26.) mit seinem 19. Turniertreffer erzielt. Für den vierten Titel bei der insgesamt fünften Hallen-WM hat es trotzdem nicht gereicht. Dominic Uher (9.) und Michael Körper (33. und 39.), der auch den entscheidenden Penalty verwandelte, drehten die Partie zugunsten der Österreicher, die sich erstmals den Titel bei Hallen-Weltmeisterschaften sicherten.

Zumindest auf die Frauen war Verlass. Im Endspiel drehten Nike Lorenz (29./Siebenmeter) und Anne Schröder (32.) die Partie nach einem 0:1-Rückstand nach einer umstrittenen Strafecke durch Lieke van Wijk (26.). Deutschland ist nun auch bei den Frauen mit drei Titeln der Rekordhalter bei Hallen-Weltmeisterschaften.

"Es ist so geil, dass wir noch zurückgekommen sind. Wir haben das ganze Spiel dominiert und total verdient gewonnen", sagte Siegtorschützin Schröder bei Sport1. "Die Ecke war eine Frechheit", schimpfte Lorenz, "aber wir waren so stark, dass ich wusste, dass wir hier noch zurückschlagen können."

Beide deutsche Mannschaften waren mit viel internationaler Klasse an den Start gegangen - eine Heim-WM verpflichtet eben. Allerdings hatten viele Spieler und Spielerinnen nur wenig Erfahrung in der Halle, denn die Paradedisziplin ist in der Sportart das Feldhockey. Doch in beiden Fällen hat die Umstellung gut funktioniert, die Teams haben sich schnell gefunden und im Turnier teilweise berauschendes Hockey gespielt.

Ein Star sah die Titelkämpfe allerdings unfreiwillig nur am Fernseher: Moritz Fürste. Der zweimalige Olympiasieger ist frustriert, weil er für die WM in Berlin nicht nominiert wurde, obwohl er für diesen perfekten Abschied sogar ein Comeback in der Nationalmannschaft gegeben hatte. "Ich bin nicht im WM-Team und darüber bin ich einfach enttäuscht", schrieb der 33-Jährige bei Facebook.

(sid)
 
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