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Iran
Islamisten wollen Frauen Einlass beim Volleyball verbieten

Teheran. Eine islamistische Gruppe im Iran will den von der Regierung geplanten Einlass von Frauen zu einem Volleyballspiel der Männer-Nationalmannschaft verbieten.

"Mit aller Kraft" werde die "Volkshisbollah", die Volkspartei Gottes, den Besuch der Frauen bei dem Länderspiel gegen die USA verhindern, heißt es in einer Erklärung am Dienstag auf dem Nachrichtenportal Parsine. "Gegebenenfalls auch mit Gewalt."

Die Volkshisbollah wolle damit "Prostitution in Sportstätten" im Keim ersticken. Das Spiel findet im Rahmen der Volleyball-Weltliga am 19. Juni in der Asadi-Sporthalle in Teheran statt.  

Hintergrund der Aufregung der Islamisten ist eine Initiative von Präsident Hassan Ruhani und Vizepräsidentin Schahindocht Molawerdi, langfristig das Stadionverbot für Frauen per Gesetz aufzuheben. Das kurzfristige Ziel ist, zumindest den Besuch der Frauen für das Spiel gegen die USA zu ermöglichen.

Die Islamisten behaupten, dass die Atmosphäre in den Stadien, besonders beim Fußball, für Frauen nicht geeignet sei. Wegen der zum Teil vulgären Slogans der Fußballfans in den Stadien hat sogar das Staatsfernsehen bei Live-Übertragungen zuletzt hin und wieder den Ton abgeschaltet.

(dpa)
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