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Nach Sperre wegen Verzichts auf Kopftuch
Iranische Schachgroßmeisterin schließt sich US-Verband an

Washington. Schachgroßmeisterin Dorsa Derakhshani hat nach ihrer Sperre durch den iranischen Verband wegen des Verzichts auf ein Kopftuch eine neue sportliche Heimat gefunden. Die 19-Jährige schloss sich nach Angaben der iranische Nachrichtenagentur ISNA dem US-Team an. Ob sie damit künftig auch für die USA spielen wird, blieb zunächst offen. Die in Teheran geborene Derakhshani war im Februar aus dem iranischen Nationalteam ausgeschlossen worden, weil sie ohne Hidschab zu einem internationalen Turnier in Gibraltar erschienen war. Seit der islamischen Revolution 1979 schreibt der Iran vor, dass alle Frauen an öffentlichen Plätzen einen Hidschab tragen müssen. Auch ihr jüngerer Bruder Borna Derakhshani war gesperrt worden, weil er gegen einen Spieler aus Israel angetreten war. Iran sieht Israel nicht als Staat an und verbietet sportliche Wettkämpfe. Der Präsident des iranischen Schachverbandes, Mehrdad Pahlevanzadeh, sagte der iranischen Nachrichtenagentur MNA, Dorsa Derakhshani habe nur den Verband gewechselt, was im Schach nicht unüblich sei, und sei nicht Teil des US-Nationalteams. Auch habe sie seit 2014 nicht mehr für die iranische Nationalmannschaft gespielt. Nach den Ereignissen in Gibraltar hatte er erklärt, sowohl Dorsa als auch Borna Derakhshani würden "nie wieder" für Iran spielen. Derkhshani hatte Teheran 2015 verlassen und war nach Barcelona gezogen, wo sie auch studierte.
(sid)
 
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