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Ironman-Weltmeister
Lange überwältigt von "Wahninnsempfang" nach Hawaii-Sieg

Ironman Patrick Lange in Frankfurt empfangen
Ironman Patrick Lange in Frankfurt empfangen FOTO: dpa, arn sab
Frankfurt/Main. Der 31-jährige Patrick Lange gewann als sechster Deutscher den Ironman. Bei seiner Rückkehr von Hawaii nach Frankfurt wird der Hesse von Fans, Freunden und der Familie frenetisch gefeiert.

Das breite Grinsen im Gesicht von Ironman-Weltmeister Patrick Lange wich einem ungläubigen Staunen, als das Willkommens-Komitee in lauten Jubel ausbrach. "Vielen Dank für diesen Wahnsinnsempfang. Damit hätte ich gar nicht gerechnet", sagte Lange, nachdem er seine Familie, Freunde und Fans zur Begrüßung allesamt umarmt hatte.

Es dauerte einen Moment, bis Lange realisierte, was sich auf dem Frankfurter Flughafen am frühen Donnerstagmorgen abspielte. Große Spruchbänder wurden ausgerollt, Foto-Collagen hochgehalten, Blumenketten verteilt, und selbst das Läuten von Kuhglocken war nicht zu überhören. Verdutzt schaute manch ein Passagier, der sich durch die Schar von Fans, Familienmitgliedern und Medienvertretern schlängeln musste.

Patrick Lange krönt sich zum Ironman auf Hawaii FOTO: dpa, mg pil

"I'm Patrick's Mum"

Langes Mutter Carmen trug eigens ein T-Shirt, mit der Aufschrift:
"I'm Patrick's Mum" (Ich bin Patricks Mama). "Ich dachte, so komme ich leichter zu ihm", erklärte sie mit einem Augenzwinkern.

Allerdings dauerte es dann doch, ehe sie ihm einen dicken Schmatzer auf die Wange drücken konnte. Sie hatte das Rennen zuhause verfolgt, ebenso wie Schwester Jacqueline. Vater Wolfgang hatte vor Ort auf Hawaii mitgefiebert und war kurz vor dem gefeierten Rückkehrer gelandet.

Die Maschine, in der sich Lange dank der Fluglinie in der Business-Class von den Strapazen seines Streckenrekordrennens (8:01:40 Stunden) weiter erholen konnte, landete um 7.02 Uhr auf dem größten deutschen Airport. Etwa die Zeit, die Lange für die Ironman-Anfangsdisziplin 3,8 Kilometer Schwimmen braucht, dauerte es, bis der 31 Jahre Athlet aus Bad Wildungen mit der Trophäe für den Champion in der Hand den Gepäckbereich verließ.

"Der absolute Oberhammer"

"Wenn ich mir das so anschaue - da kommt noch einiges an Medienterminen auf mich zu", sagte Lange angesichts der Kamerateams, Fotografen und schreibenden Journalisten. An diesem Samstag wird Lange im "aktuellen Sportstudio" des ZDF zu Gast sein. "Urlaub ist erstmal nicht", meinte er.

Ein bisschen ausruhen wollte er sich aber nach der Ankunft schon.Aufs eigene Bett freue er sich, sagte Lange. Er war direkt vom Trainingslager in Texas nach Hawaii gereist.

Dass er dort nach seinem Rekordlauf und Platz drei vor einem Jahr diesmal nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen als Erster von den Ironman-Ikonen Dave Scott und Mark Allen im Ziel auf dem Ali'i Drive von Kailua-Kona im Empfang genommen wurde, ist für Lange auch Tage danach noch "der absolute Oberhammer" und "unreal".

Er müsse sich auch erst noch dran gewöhnen, als Weltmeister angesprochen zu werden. "Aber das ist etwas, das mir relativ leicht fallen wird", sagte er und grinste wieder.

Mit dem Titel und den dazukommenden Verpflichtungen wird auch der Druck auf Lange steigen. In einem Jahr wird der für DSW Darmstadt startende Hesse der von allen Gejagte sein. Mit seinem Triumph auf Hawaii hatte er die deutsche Dominanz nach den Siegen von Sebastian Kienle (2014) sowie Jan Frodeno (2015 und 2016) fortgesetzt.

Lange wird aber auch dann vor allem auf seine Laufstärke setzen können. "Wenn andere schwach werden oder abbauen, dann schlägt meine Stunde", sagte er.

(dpa)
 
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