| 19.19 Uhr

Dressurreiten
Isabell Werth: Erst Autocrash, dann Triumph im Nationenpreis

Isabell Werth: Erst Autocrash, dann Triumph im Nationenpreis
Isabelle Werth hatte den Autounfall gut weggesteckt. FOTO: dpa, frg fpt
Erst der Schreck eines Autounfall, dann eine starke Vorstellung im Dressur-Viereck: Die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) hat beim Nationenpreisturnier in Hagen wieder mal ein stabiles Nervenkostüm bewiesen und die deutsche Equipe auch ohne Totilas zum Sieg vor Dänemark und Spanien geführt. Auch das EM-Aus ihrer Paradestute Bella Rose konnte die Stimmung der 45-Jährigen nicht mehr trüben.

Am Morgen war Werth noch an der Einfahrt zum Turniergelände mit ihrem Auto in einem Crash verwickelt gewesen. Zum Glück gab es nur einen Blechschaden. Im Viereck zeigte die Dressur-Queen wenige Stunden später mit ihrem Zweitpferd Don Johnson eine starke Leistung und holte gute 77,46 Punkte. "Ich bin super zufrieden. Das war konstant und überzeugend", sagte Werth.

Der Erfolg tat ihr gut, da die siebenmalige Weltmeisterin wohl auch bei der Heim-EM in Aachen (12. bis 16. August) ihr Reservepferd satteln muss. Ihre Paradestute Bella Rose hat weiter Trainingsrückstand, kommt nicht mehr rechtzeitig auf die Beine. Über Don Johnson sagte Werth: "Aachen ist jetzt unser Ziel."

Auch die weiteren deutschen Reiter überzeugten und hatten großen Anteil am fünften Heimsieg in Folge. Kristina Sprehe (Dinklage) lieferte im Sattel von Desperados mit 81,16 das beste Einzelergebnis des Tages. "Ich bin glücklich, dass wir hier gute Leistungen gezeigt haben. Das gibt Zuversicht für die EM", meinte Bundestrainerin Monica Theodorescu, die für die Heim-EM die Goldmedaille als Mannschaftsziel ausgegeben hat. "Wir sind ja schließlich Titelverteidiger."

Der deutsche Auftaktreiter Hubertus Schmidt (Borchen) hatte die undankbarste Rolle. Der Routinier musste seinen zwölf Jahre alten Hengst Imperio bei einem Wolkenbruch durch die Lektionen führen. Am Ende standen nur 72,500 Prozentpunkte zu Buche. Sollte Millionenhengst Totilas nach seinem Comeback zur EM ins deutsche Team zurückkehren, müsste Schmidt wohl Platz machen.

Bei Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) schien schon wieder die Sonne. Die Reiterin aus Bayern und ihr 14 Jahre alter Hengst zeigten eine fast fehlerfreie Vorstellung und kassierten stolze 76,64 Punkte. "Ich hatte ein Super-Gehfühl. Er war unglaublich bei mir", sagte Bredow-Werndl über ihren vierbeinigen Partner. "Super, das war ihre beste Leistung auf internationalem Parkett", sagte Theodorescu.

Der Nationenpreis wurde nicht wie üblich im Rahmen des CHIO von Aachen ausgeritten, sondern in Hagen am Teutoburger Wald. Aachen richtet in diesem Jahr die Europameisterschaften (12. bis 23. August) aus und verzichtete deshalb auf einen CHIO.

Hagen ist am Freitag auch Schauplatz des Comebacks von Totilas. Das einstige Ausnahmepferd geht unter Reiter Matthias Rath (Kronberg) erstmals wieder seit fast einem Jahr ins Wettkampfviereck. Das Turnier bei Osnabrück gilt als letzter Härtetest vor der Heim-EM in der Soers.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Isabell Werth: Erst Autocrash, dann Triumph im Nationenpreis


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.