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Deutscher Dreifach-Triumph
Frodeno gewinnt Ironman auf Hawaii

Deutscher Dreifach-Triumph beim Ironman auf Hawaii
Deutscher Dreifach-Triumph beim Ironman auf Hawaii FOTO: dpa, bo ms
Kailua Kona. Jan Frodeno ist auf der Triathlon-Langstrecke derzeit kaum zu schlagen. Der Olympiasieger von 2008 wiederholt seinen Sieg beim legendären Ironman auf Hawaii aus dem Vorjahr. Sein schärfster Verfolger Sebastian Kienle wird Zweiter. Ein Debütant überrascht.

Jan Frodeno hat mit seinem zweiten Sieg beim legendären Ironman auf Hawaii seine herausragende Stellung im Triathlon eindrucksvoll unterstrichen. Der 35-Jährige verteidigte bei dem Klassiker seinen WM-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. "Ich habe noch nie so sehr gelitten", sagte der gebürtige Kölner in der ARD völlig ausgepumpt. "Es war die Hölle. Der zweite Titel schmeckt aber noch ein kleines bisschen süßer."

Nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und einem Marathon-Lauf lag Frodeno im Ziel auf dem Alii Drive in Kailua Kona etwas mehr als dreieinhalb Minuten vor Sebastian Kienle aus Mühlacker. Dritter wurde bei der 40. Auflage des Rennens der überraschend starke Hawaii-Debütant Patrick Lange aus Bad Wildungen.
Es ist das erste Mal seit 1997, dass drei Deutsche auf dem Podium standen. In Andreas Böcherer als Fünfter und Boris Stein als Siebter kamen noch zwei weitere Deutsche unter die Top Ten.

Frodeno ist auch der erste Deutsche, dem die erfolgreiche Titelverteidigung auf Hawaii gelang. Zudem ist der Weltrekordler der zweite Deutsche nach Normann Stadler (2004/2006), der zweimal das bedeutendste Langstrecken-Rennen der Welt gewinnen konnte.

Der Olympiasieger von 2008 galt als großer Favorit vor der acht Stunden dauernden Tortur in dem Paradies im Pazifischen Ozean. Allein dem zweimaligen Europameister Kienle war zugetraut worden, ihn zu gefährden. "Ich war heute wieder ganz klar der Erste - der erste Verfolger von Jan", meinte Kienle mit einem Lächeln im Ziel. "Es war heute hart. Ich hoffe, ich habe dem Jan es heute so schwer gemacht wie möglich."

Frodeno hatte gleich beim Schwimmen versucht, einen Vorsprung auf Kienle herauszuarbeiten. Das gelang ihm. Während er als Dritter aus dem Wasser des Pazifiks kletterte, kam der Weltmeister von 2014 erst weit über vier Minuten später zur Wechselzone.

Doch Kienle schien der Rückstand nicht zu beeindrucken. Auf dem Rad kämpfte er sich in der Hitze von Big Island eindrucksvoll heran. Nach 60 Kilometern hatte er zur Spitzengruppe aufgeschlossen und mischte von da an gemeinsam mit Frodeno vorne mit. Auch Böcherer und Stein waren ständig bei den Führenden dabei. Dagegen kassierte Neuling  Lange eine Zeitstrafe von fünf Minuten.

Absetzen konnte sich keiner der Fahrer an der Spitze - auch nicht Kienle und Frodeno. Kienle stieg als Erster vom Rad, dicht gefolgt von Böcherer und Frodeno. Danach der Australier Luke McKenzie, der Amerikaner Ben Hoffman und Stein. Frodeno kam zuerst aus dem Wechselzelt, kurz dahinter Kienle - das Duell konnte beginnen.

Am Anfang der Hitzeschlacht auf der Laufstrecke liefen beide noch nebeneinander her und plauderten und lachten sogar miteinander. Zwischen Kilometer 16 und 22 setzte sich aber der Titelverteidiger ab und lief sich einen Vorsprung von etwa anderthalb Minuten heraus. Der Abstand zwischen den beiden wuchs kontinuierlich.

Während Frodeno an der Spitze ungefährdet zu einem weiteren herausragenden Sieg lief, rauschte förmlich von hinten Rookie Patrick Lange heran, überholte einen Konkurrenten nach dem anderen und feierte seine dritten Platz im Ziel mit einem Tanz.

Der Schützling vom einstigen Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan aus München knackte auch den 27 Jahre alten Streckenrekord für den Marathon von Rekordsieger Mark Allen. In 2:39:45 Minuten war der 30-Jährige um 19 Sekunden schneller als der Amerikaner 1989.

(dpa)
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