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Kevin Münch in der Vorrunde gefordert
Erster Deutscher greift bei Darts-WM ins Geschehen ein

Kevin Münch greift bei Darts-WM 2018 ins Geschehen ein
FOTO: dpa, hpl
London. Am Dienstag dürfen die deutschen Fans im Londoner "Ally Pally" erstmals bei der Darts-WM 2018 mit einem Deutschen mitfiebern. Kevin Münch ist zum zweiten Mal dabei und will wie vor sechs Jahren den Sprung in die Hauptrunde schaffen.

Für Party, Bier und ausgelassene Stimmung hat Darts-Profi Kevin Münch bei seiner zweiten Weltmeisterschaft keine Zeit. "Ich will einfach da hoch und spielen", sagte der 29-Jährige vor seinem Auftaktspiel an diesem Dienstag (20 Uhr) im Interview mit Sport1. Der Bochumer muss zunächst in der Vorrunde gegen den Russen Alexander Oreschkin antreten. Mit einem Sieg würde er sein Ticket für die erste Runde lösen und am gleichen Abend auf Ex-Weltmeister Adrian Lewis aus England treffen. "Ich würde mich auf dieses Spiel extrem freuen, weil ich seinen lockeren Stil genial finde", sagte Münch über Lewis.

Sechs Jahre musste Münch warten, bis er sich wieder für die WM qualifizierte. Damals überstand er die Vorrunde und die 1. Runde, scheiterte dann aber am Engländer Steve Farmer. Vor seinem zweiten Darts-Abenteuer im Londoner Alexandra Palace bereitet sich der  Deutsche auch mal mit deftiger Kost vor. "Wir sind ja keine Hochleistungssportler, sondern Mentalsportler", sagte Münch. "Es geht eher um die Psyche als um die körperlichen Verhältnisse. Zwischendurch darf es also auch mal eine Currywurst sein."

Der Linkshänder darf als erster von zwei Deutschen im "AllyPally" antreten. Die laute und euphorische  Atmosphäre in der Londoner Arena spornt Münch an: "Ich finde es sogar besser, wenn so ein großer Trubel ist, weil du dann nicht alles hörst."

Martin Schindler hat große Pläne

Martin Schindler wird am Mittwoch gegen den Australier Simon Whitlock an das Darts-Board treten. Vier Stunden trainiert Schindler täglich. Für "The Wall" ein ungewöhnlich hohes Pensum, in Vorbereitung auf das prestigeträchtigste Turnier des Jahres aber unabdingbar. "Ich möchte mich unter den Top 32 der Welt etablieren und eines Tages will ich vielleicht sogar der Beste sein", sagte der ambitionierte 21-Jährige dem Darts-Magazin "180".

Bis dahin ist es ein weiter Weg. Bei der Weltmeisterschaft im altehrwürdigen Londoner Alexandra Palace ist der Strausberger zum ersten Mal dabei. Qualifiziert hat sich der kleingewachsene, kräftige Darter in seinem ersten Profijahr über die europäische Rangliste. Neben Max Hopp, der sich diesmal nicht qualifizieren konnte, gilt er als größte deutsche Nachwuchshoffnung.

"Zusammen mit Martin möchte ich die Messlatte in den nächsten Jahren höher legen und Darts zu einem Berufsziel machen", sagte Hopp im Gespräch mit dem SID. Bei dieser WM muss Schindler allerdings ohne seinen guten Freund auskommen. Sport1-Kommentator und Darts-Experte Elmar Paulke traut ihm dennoch einiges zu.

"Schindler hat konstant gut gespielt und sich die WM-Teilnahme dadurch absolut verdient", schwärmte Paulke im Gespräch mit dem SID, bremste aber auch die Erwartungen: "Er kennt die Bühne im Ally Pally noch nicht, das kann ein Nachteil sein. Die WM ist schließlich eine ganz andere Hausnummer."

Eine Hausnummer ist auch Auftaktgegner Simon Whitlock am Mittwoch (22 Uhr/Sport1). Der australische Publikumsliebling gehört seit Jahren zur Weltspitze und ist nach einer Schwächephase wieder in Form. "Whitlock will unbedingt 2018 die Premier League spielen und macht sich dadurch enorm Druck", mahnte Paulke: "Das könnte für Schindler eine Chance sein."

(areh/dpa/sid)
 
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