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Kinder erfolgreicher Athleten
Sportliches Talent geerbt

Kinder erfolgreicher Athleten: Sportliches Talent geerbt
Steffi Graf mit ihrem Sohn Jaden Gil bei den US Open 2004. FOTO: Imago
Düsseldorf. Viele Kinder von Athleten sind auch als Sportler erfolgreich. Der Sohn von Steffi Graf und Andre Agassi ist Baseballer. Von Gianni Costa

Steffi Graf und André Agassi haben versucht, ihre Kinder (so gut es geht) aus der Öffentlichkeit zu halten. Es gibt keine Fotos von ihnen bei irgendwelchen Preisverleihungen oder Wohltätigkeitsturnieren. Jaden Gil und Jaz Elle konnten in Las Vegas bislang den Umständen entsprechend normal aufwachsen. Doch nun drängt der älteste Sohn von selbst ins Rampenlicht. Der 15-jährige Jaden ist unlängst zum wertvollsten Pitcher (Werfer) seiner Schulmannschaft bei einem Turnier ausgezeichnet worden. Auf dem Twitter-Account des Baseballteams Las Vegas Recruits ist er mit stolzem Lächeln und Trophäe in der Hand zu sehen.

Die Las Vegas Recruits sind eine College Academy, die gezielt junge Nachwuchstalente fördert. Und Jaden gilt als große Nachwuchshoffnung. In diversen Fachblättern wird ihm vorausgesagt, in drei Jahren, nach Abschluss seiner Highschool, Chancen auf einen Platz in einem College-Team zu haben - der nächste Schritt auf dem Weg zum Baseball-Profi. Jaden Gil ist nur eines von vielen Kindern berühmter Sportler, die sich anschicken, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. Einige haben sie sogar bereits überflügelt.

Karriere in Übersee

Erich Kühnhackl lächelt, wenn er über seinen Sohn ins Reden kommt. Kühnhackl ist in Deutschland eine ziemlich große Nummer im Eishockey. Viele nennen ihn Legende. Es ist gewiss nicht einfach, unter diesen Voraussetzungen selbst in der Sportart Fuß zu fassen. Sein Sohn Tom hat vermutlich das einzig Richtige gemacht und verließ bereits mit 17 Jahren das Elternhaus, um in Übersee Karriere zu machen. "Früher haben sie immer gesagt, das ist der Sohn vom Erich. Heute sagen sie, das ist der Vater von Tom", sagt Kühnhackl senior und lacht. Sein Sohn ist mit 25 Jahren schon selbst eine Legende. Mit den Pittsburgh Penguins hat er 2016 und in diesem Jahr den "Stanley Cup", die Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NHL, gewonnen. Das ist in dieser Form noch keinem Deutschen zuvor gelungen.

Bei Mick Schumacher konnte man früh erkennen, dass er das Talent von seinem Vater, Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, geerbt hat. Mick Schumacher wurde Vizeweltmeister im Kart und belegte bei den Deutschen Meisterschaften im Juniorenlager den zweiten Platz. Danach folgte der steinige Weg durch diverse Nachwuchsklassen. Aktuell fährt der 18-Jährige in der Formel 3 - Experten rechnen in den kommenden Jahren fest mit seinem Wechsel in die Formel 1, die Königsklasse des Automobilrennsports. Auch seine Schwester ist übrigens eine sehr erfolgreiche Sportlerin. Als Westernreiterin trat Gina Maria in die Fußstapfen ihrer Mutter Corinna. 2016 gewann die heute 20-Jährige Einzel-Gold und Mannschafts-Silber bei den FEI European Reining Youth Championships.

Die Erfolge der Eltern vor Augen

Auf Felix Neureuther lastete jahrelang ein immenser Druck. Er war für viele immer nur der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, des Skisport-Traumpaars schlechthin. Die Eltern haben nie Ansprüche gestellt. Der Druck kam von außen - und den Druck hat sich auch Felix selbst gemacht. Immer wieder hatte er die Erfolge seiner Eltern vor Augen. Mama Rosi, genannt Gold-Rosi, stand fünf Mal bei Olympischen Winterspielen ganz oben auf dem Treppchen, Papa Christian gelangen immerhin sechs Weltcupsiege. In den Anfangsjahren seiner Laufbahn merkte man Felix Neureuther an, dass er etwas hinterherjagte.

Erst als er 2013 seine erste WM-Medaille (Silber im Slalom) gewann, konnte er sich befreien: "Eine Lebenslast ist von mir abgefallen", sagt er in einer Dokumentation des Bayerischen Rundfunks (BR). Mutter Rosi ist auch ohne Titel von ihrem Sohn begeistert: "Für mich ist das Wichtigste, dass er heil die Piste wieder herunterkommt. Schließlich bleibt er ein Leben lang vor allem eins: mein Junge!"

Quelle: RP
 
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