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Blitzschach-WM
Carlsens legendäre Triple-Krone ist zerbrochen

Porträt: Magnus Carlsen: Schach-Wunderkind und norwegischer Popstar
Porträt: Magnus Carlsen: Schach-Wunderkind und norwegischer Popstar FOTO: Facebook
Schach-Gigant Magnus Carlsen leistete sich bei der Blitzschach-WM in Berlin einen fatalen Ausrutscher. Ungewohnt für das junge Genie der Szene.

Auch die üppige Prämie von 46.000 Euro konnte den Weltmeister im klassischen Schach nicht trösten. Magnus Carlsen wirkte nach seinem Absturz auf Platz sechs am Schlusstag der Blitzschach-WM in Berlin zerknirscht. "Das war ein schlechter Tag heute", bilanzierte der Norweger lapidar.

Schach-König Carlsen leistete sich gegen den Ukrainer Wassyl Iwantschuk eine fatale Niederlage und kam nur auf 14,0 Punkte. Zwei Tage zuvor hatte der Norweger in Berlin bei der Schnellschach-WM triumphiert und durfte nach Abschluss aller Spiele deshalb auch aufs Podium. "Die Siegerehrung der Schnellschach-WM hat mir gezeigt, dass ich doch noch Schach spielen kann", sagte der 24-Jährige.

Carlsen ist im Schach das Maß der Dinge, nachdem er im November 2013 dem Inder Viswanathan Anand in dessen Heimatstadt Chennai den Titel im klassischen Schach abgeknöpft hatte. 2014 wurde er in Dubai zudem Weltmeister im Blitz- und Schnellschach, nun verlor er seinen Titel im Blitzen - die legendäre Triple-Krone ist zerbrochen.

"Blitzen ist etwas für junge Spieler, denn mit dem Alter verliert man die Reflexe", sagte Wladimir Kramnik, von 2000 bis 2007 Turnier-Schachweltmeister. Der 40-Jährige überzeugte dennoch beim Blitzen in der Variante mit drei Minuten Bedenkzeit und zwei Sekunden Zeitgutschrift und wurde am Ende mit Dritter. "Ich habe das nicht erwartet. Der heutige Tag hat gezeigt, dass ich noch gut Schach spielen und mit den jungen Spielern mithalten kann", sagte der russische Großmeister.

Der Sieg ging mit 15,5 Punkten aus 21 Partien an den Russen Alexander Grischtschuk, der seinen dritten WM-Titel im Blitzschach nach 2006 und 2012 gewann. Silber holte der Franzose Maxime Vachier-Lagrave (15,0). "Ich habe vier Tage lang schlechtes Schach gespielt, doch heute habe ich mich voll konzentriert und mich auch in den Pausen zwischen den Runden nicht ablenken lassen", sagte der neue Blitzschach-Champion Grischtschuk hinterher.

Die beiden Turniere in Berlin ernteten wegen ihrer starken Besetzung viel Lob. Mit 153 Großmeistern war die Blitzschach-WM das bestbesetzte Turnier seiner Art in der Geschichte. Viele Großmeister fanden sich im hinteren Feld wieder. So musste sich Anand im Blitzen mit Rang 22 begnügen, der ungarische Topspieler Peter Leko kam nur auf Rang 57. Insgesamt waren 188 Spieler in der deutschen Hauptstadt am Start.

(sid)
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