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Nach Olympia-Enttäuschung
Koch wehrt sich gegen Figur-Kritik und siegt beim Weltcup

Fotos: Marco Koch – Darmstädter, Brust-Spezialist, Weltmeister
Fotos: Marco Koch – Darmstädter, Brust-Spezialist, Weltmeister FOTO: afp, mlm/rt/rc
Berlin. Knapp drei Wochen nach seiner Olympia-Enttäuschung hat ein geschwächter Schwimm-Weltmeister Marco Koch einen überzeugenden Sieg eingefahren - und sich gegen Kritik an seiner Figur gewehrt.

Der 26-Jährige aus Darmstadt gewann zum Auftakt des Kurzbahn-Weltcups in Berlin auf seiner Paradestrecke 200 m Brust in Weltjahresbestzeit von 2:01,92 Minuten.

Eine Stunde später schlug Koch auf seiner Nebenstrecke 400 m Lagen als Zweiter hinter dem Heidelberger Philip Heintz (4:02,84) an. Ungarns Schwimmstar Katinka Hosszu wurde mit drei Siegen und zwei weiteren Podestplätzen ihrem Spitznamen "Iron Lady" einmal mehr gerecht. Für den ersten Weltrekord im schnellen 25-m-Becken des Europasportparks sorgte jedoch der Russe Wladimir Morosow über 100 m Lagen (50,30 Sekunden). Die Magdeburgerin Franziska Hentke gewann auf ihrer Nebenstrecke 800 m Freistil (8:22,83).

Koch war über seine Zeit, die nur knapp anderthalb Sekunden über seinem eigenen deutschen Rekord lag, überrascht. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut geht. Gestern war ich noch im Krankenhaus zur Untersuchung", sagte Koch, der durch einen Virus geschwächt an den Start gegangen war.

Als große Frustbewältigung für den enttäuschenden siebten Platz bei Olympia taugte der Sieg gegen schwache Konkurrenz zwar nicht, Koch fühlte sich dennoch bestätigt: "Die Zeit zeigt, dass ich ziemlich geil in Form bin. Ich bin auch immer noch der Meinung, dass ich in Rio ein geiles Rennen gemacht habe."

Über seine verpasste Medaillen-Chance wollte er aber gar nicht mehr nachdenken. Das sei "abgehakt, ich kann es nicht mehr ändern", sagte Deutschlands Vorschwimmer: "Ich habe alles gegeben - so ist das Leben."

Genervt reagierte Koch auf die Kritik an seinem nicht gänzlich austrainiert wirkenden Körper. "Immer wenn ich langsam schwimme, liegt es an meiner Figur. Wenn ich schnell schwimme, ist alles okay, obwohl ich genauso aussehe. Mittlerweile geht mir das am Arsch vorbei", sagte Koch.

Hosszu überstrahlte mit ihrem erfolgreichen Mammut-Programm in Berlin alle. Die dreimalige Olympiasiegerin von Rio gewann am Dienstag über 200 m Freistil (1:52,08), 200 m Lagen (2:05,57) und 200 m Rücken (2:00,52). Zudem belegte die 27-Jährige einen zweiten (50 m Rücken) und einen dritten Platz (100 m Schmetterling).

(sid)
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