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US-Trials
Phelps kämpft um seine letzten Olympischen Spiele

Michael Phelps kehrt ins Becken zurück
Michael Phelps kehrt ins Becken zurück FOTO: ap
Boston . Vor vier Jahren war die Karriere eigentlich vorbei, doch dann kam US-Schwimmstar Michael Phelps doch noch einmal zurück. Nun will er nach Rio, seine fünften Olympischen Spiele erleben. Die letzte Hürde auf dem Weg dahin sind die US-Trials.

Er muss niemandem mehr etwas beweisen, will es aber trotzdem allen zeigen. Phelps ist bereit für das vorletzte Kapitel seiner herausragenden Karriere. Ab Sonntag startet der 18-malige Schwimm-Olympiasieger bei den US-Trials in Omaha. Die Titelkämpfe sind die Qualifikation für die Sommerspiele in Rio (5. bis 21. August).

Nur die ersten beiden der jeweiligen Distanzen lösen das Ticket für die Einzelstrecken bei den Spielen. Wegen der nationalen Dichte ist der Weg nach Brasilien auf manchen Lagen mitunter härter als der in Rio auf das Podest.

Phelps hat in Omaha über fünf Strecken gemeldet: jeweils über 100 und 200 Meter Freistil und Schmetterling sowie über die 200 Meter Lagen. Mit den Freistil-Rennen, so wird gemunkelt, will er Nationaltrainer Bob Bowman, der auch sein Coach ist, beweisen, dass er auch mit 30 Jahren noch mit den Jüngeren mithalten und sich so für einen Platz in den Staffeln empfehlen kann. Um dies zu schaffen, ist eine Platzierung in den Top sechs erforderlich.

Phelps springt erstmals als Papa in den Pool 

Die weiteren Stars neben Phelps sind bei den US-Trials Ryan Lochte, Missy Franklin und Teenager-Sensation Katie Ledecky, die mit ihren 19 Jahren bereits neunmalige Weltmeisterin ist. Im Blickpunkt steht jedoch Phelps. Er will sich für seine fünften und letzten Spiele qualifizieren. Obwohl der Goldfisch mit seinen 22 Medaillen der erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Olympischen Spiele ist, gibt es für ihn eine Premiere: Phelps springt erstmals als Papa in den Pool.

Am 5. Mai brachte seine Verlobte, Nicole Johnson, Sohn Boomer Robert zu Welt. Phelps unterbrach extra sein Trainingslager, um bei der Geburt dabei sein zu können. Aufgrund der Olympia-Vorbereitung ist die Zeit mit der Familie begrenzt, die Abschiede fallen ihm schwer. Doch Phelps weiß, warum er das auf sich nimmt. Und er weiß, dass er nach Rio jeden Tag Zeit für seinen Sohn haben wird. "Das führe ich mir immer wieder vor Augen", sagt er.

Die Geburt seines Sohnes war ebenso einschneidend für Phelps wie seine Alkohol-Therapie im Herbst 2014. Als er von der Polizei wegen überhöhter Geschwindigkeit gestoppt wurde, stellten die Beamten einen Blutalkoholwert von 1,4 Promille fest. Phelps wurde zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt, die Strafe endete am 19. Juni.

Der Superstar trägt keine Lasten mehr mit sich herum 

Der Superstar verbrachte 45 Tage in einer Spezialklinik in Arizona. Die Zeit dort half ihm, sein Leben neu zu ordnen. Er traf sich mit seinem Vater, zu dem er kaum Kontakt hatte, seitdem sich die Eltern scheiden ließen, als Phelps neun Jahre alt war. Und er machte seiner Nicole einen Heiratsantrag.

"Ich lebe ein freieres, glücklicheres Leben. Ich fühle nicht mehr, dass ich irgendwelche Lasten mit mir herumtrage. Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagt Phelps. Bowman, mit dem er seit 20 Jahren zusammenarbeitet, bescheinigt seinem Schützling "reifer, entspannter, beruhigter und friedvoller" zu sein. Er wisse, was er wolle, habe ein ziemlich klares Bild davon, wie seine Zukunft aussehen solle, sagt der Trainer.

Als Phelps nach den Sommerspielen 2012 in London erstmals seine Karriere beendet hatte, reiste er um die Welt, fand dies aber bald langweilig und stieg deshalb wieder in den Pool. Nun will er für seinen Sohn da sein und seine Nicole heiraten. Die Hochzeit ist kurz nach den Spielen in Rio geplant.

(jado/dpa)
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