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Tod von Rene Herms
Nada-Chef: Fall muss restlos aufgeklärt werden

Rene Herms - sein Leben, seine Karriere
Rene Herms - sein Leben, seine Karriere FOTO: ddp
Düsseldorf (RPO). Armin Baumert, Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) fordert, dass der Fall des plötzlich verstorbenen Mittelstreckenläufers Rene Herms restlos aufgeklärt werden muss.

Unabhängig von möglichen forensischen Ergebnissen der staatsanwaltlich angeordneten Obduktion äußerte Baumert in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazinm "Focus" die Hoffnung, dass der Tod des 26-Jährigen nicht nach einem "vermeintlich klaren Zwischenergebnis abgehakt wird, sondern dass die Aktendeckel erst geschlossen werden, wenn der Fall wirklich restlos aufgeklärt worden ist".

Rene Herms habe dem Doping-Kontroll-System der Nada angehört und sei entsprechend regelmäßig außerhalb der Wettkämpfe unangekündigt kontrolliert worden: "Zumal er als Leichtathlet eine Sportart betrieb, die zur Gruppe der stark dopinggefährdeten Sportarten zählt."

Ende Dezember war nach einer Obduktion bekannt geworden, dass der im Oktober während eines Spiels gestorbene russische Eishockey-Spieler Alexej Tscherepanow (19) mehrere verbotene Substanzen im Körper hatte.

Solche Todesfälle unter Topsportlern sind für Baumert nur für die sichtbare Spitze des Eisbergs. "Eine skrupellose, menschenverachtende Dopingmafia finden Sie nicht nur im Spitzen- sondern auch im Breitensport", sagte er dem Focus.

Mehrere Sportler seien plötzlich und unerwartet gestorben, "weil sie durch Manipulation mit Medikamenten, darunter auch der übermäßige Gebrauch von Dopingsubstanzen, den eigenen Tod verursacht hatten".

Umso wichtiger sei es, bei einem plötzlichen Tod wie dem des jungen Eishockeyspielers alle Details offenzulegen, um der breiten Öffentlichkeit und allen Top-Athleten die Gefahren des Dopings vor Augen zu führen.

Armstrong-Comeback "absolute Verhöhnung"

Das vielbeachtete Comeback des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong ist laut Baumert "die absolute Verhöhnung für jeden aufrechten Anti-Doping-Streiter". Der Nada-Chef äußerte Zweifel daran, dass Armstrong "mal abgesehen von allen juristisch strittigen Testergebnissen aus früheren Jahren" die Auflagen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erfüllt.

Auch Deutschland und die ehemalige DDR haben laut Baumert eine intensive Dopingvergangenheit und eine hohe Verantwortung dafür, dass der Leistungsbetrug wissenschaftlich entwickelt und in die Welt exportiert wurde.

Seit etlichen Jahren steuere die deutsche Antidopingfraktion jedoch offensiv dagegen, was auch die prominenten Fälle Katrin Krabbe, Uta Pippig und Dieter Baumann aus der Leichtathletik oder die Enthüllungen im Radsport belegten.

(SID)
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