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Dressurreiten
Nationalteam siegt auch ohne Totilas locker

Nationalteam siegt auch ohne Totilas locker
Jessica von Bredow-Werndl dürfte ihren EM-Startplatz sicher haben. FOTO: dpa, frg fpt
Hagen/Osnabrück . Alle warten auf das berühmteste Dressurpferd der Welt. Vor der Rückkehr des früher als Wunderpferd gefeierten Hengstes gewann die deutsche Dressur-Equipe den Teamwettbewerb.

Totilas wartete in seiner Box auf das von den Fans ersehnte Comeback, während die deutsche Dressur-Nationalmannschaft unangefochten ihrem Sieg entgegen ritt.
Mit großem Abstand gewann das Gastgeber-Quartett am Donnerstag den Nationenpreis beim Turnier in Hagen bei Osnabrück. Angeführt von der deutschen Meisterin Kristina Bröring-Sprehe dominierten die Deutschen den Wettbewerb, derweil blieb das berühmteste und teuerste Dressurpferd der Welt im Stallzelt. Die Totilas-Rückkehr nach einem Jahr Wettkampfpause ist erst an diesem Freitag geplant.

Die Mitglieder der Nationalmannschaft ließen sich von dem Rummel um Totilas nicht beeindrucken. Angesichts der Konkurrenz stand der Sieg ohnehin nie infrage, denn Niederländer und Briten schickten nur B-Mannschaften. Für die einheimischen Starter stand vielmehr der Kampf um die Tickets für die Europameisterschaft im August in Aachen in Vordergrund, denn Hagen ist die zweite Sichtung.

Ihren EM-Startplatz sicher haben dürften: Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) mit Desperados, Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen) mit Unee und Isabell Werth (Rheinberg) mit Don Johnson. Die Hoffnung, dass Werth ihr zuletzt verletztes Toppferd Bella Rose bei der EM reiten kann, hat sich endgültig zerschlagen. "Für mich ist das Thema abgehakt, es hat keinen Zweck", sagte die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin.     

Pech hatte Startreiter Hubertus Schmidt. Der Reiter aus Borchen-Etteln begann mit Imperio stark, ehe eine Sturmböe minutenlang über den Platz fegte und den Hengst verschreckte. "Das war ärgerlich", kommentierte Schmidt: "Noch schlimmer als der Regen war der starke Wind." Ob der Ritt seine EM-Chancen mindert "weiß ich nicht, ich war auf jeden Fall erstmal gekickt".  

Das Turnier in Hagen ist auch für Matthias Rath und den immer wieder verletzten Totilas die letzte Chance, sich für die EM zu qualifizieren. Bei der ersten Sichtung bei der deutschen Meisterschaft war der Hengst noch nicht fit genug, weshalb Rath in Hagen auch nicht im Nationalteam mitreiten durfte.

Wie weit ist der 15-Jährige Hengst nun nach der langen Verletzungspause und zwölf Monaten ohne Turniereinsatz? Rath wollte darüber nicht reden, "erst am Freitag nach dem Ritt". Der 30 Jahre alte Reiter aus Kronberg zeigte sich vor dem Comeback einsilbig und sagte lediglich: "Schön, wieder hier zu sein." An gleicher Stelle erlebte Rath vor drei Jahren eine gelungene Rückkehr in den Turniersport nach acht Monaten Pause: Er gewann zwei Prüfungen.

"Es liegt ein hoher Druck auf dem Reiter", sagte Turnier-Organisator Ullrich Kasselmann. Als Pferdehändler hat er einen geübten Blick und sagte: "Totilas sieht fit aus." Auch die tierärztliche Untersuchung passierte das teuerste Dressurpferd der Welt ohne Beanstandungen. Nach diesem Vet-Check von Totilas ritt Rath mit dem Nachwuchspferd Danönchen in einer kleineren Prüfung und gewann vor der Britin Laura Tomlinson mit Capri Sonne.

(dpa)
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