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Tischtennis
Ovtcharov denkt an Wechsel in Chinas Liga

Tischtennis-EM 2013: Ovtcharov folgt auf Boll
Tischtennis-EM 2013: Ovtcharov folgt auf Boll FOTO: dpa, Hans Punz
Düsseldorf. Dimitrij Ovtcharov (26) ist mit einem gesunden Selbstvertrauen ausgestattet. "Es ist nicht mein Lebensziel, im Viertelfinale zu verlieren", sagt Deutschlands bester Tischtennisspieler mit Blick auf die Weltmeisterschaften, die am 26. April im chinesischen Suzhou beginnen. "Ich will eine Medaille", sagt er. Allerdings kann der an Nummer sechs gesetzte Ovtcharov schon im Viertelfinale auf einen der besten Chinesen treffen. Von Martin Beils

Die Planungen des gebürtigen Kiewers gehen weit über die WM hinaus. Im kommenden Jahr läuft sein Vertrag bei Fakel Orenburg aus. Seit 2010 spielt der Olympia-Dritte von London bei dem russischen Verein, der vom Energiekonzern Gazprom finanziert wird. Er pendelt zwischen seinem Wohnort Düsseldorf, dem Sitz seines Arbeitgebers an der europäisch-asiatischen Grenze und Turnieren, die irgendwo auf dem Globus stattfinden. Zuletzt gab es Spekulationen, Ovtcharov würde zur nächsten Saison zum 1. FC Saarbrücken wechseln. Der Spieler bestätigte das Interesse der Saarländer. "Ich erfülle aber meinen Vertrag in Orenburg zu 100 Prozent", betonte er. Heißt: Er bleibt bis 2016. Einen Wechsel zurück in die Bundesliga kann er sich zwar vorstellen, seine Wünschen nach sportlicher Qualität und Finanzkraft kann aber hierzulande kaum einer erfüllen. Seine Kragenweite hätte wohl nur Borussia Düsseldorf. Doch Ovtcharov und den in der Landeshauptstadt gebundenen Boll könnte der Spitzenklub wohl nicht finanzieren.

Bleibt für Ovtcharov der Blick ins Ausland, ins ferne Ausland. Er kann sich vorstellen, 2016 als erster deutscher Tischtennisspieler fest bei einem chinesischen Klub anzuheuern und die ganze Saison dort zu spielen. Gastspiele von einigen Wochen haben Boll und Ovtcharov schon hinter sich. Bei einem kompletten Engagement in China würde der Athlet nur rund drei Monate im Meisterschaftsbetrieb gebunden sein und hätte den Rest des Jahres Zeit für Turniere und für Trainingsbetrieb. "Dort wird der Sport auf einem ziemlich hohen Niveau betrieben. Ich würde dort extrem gefordert", erklärt er, "in der europäischen Champions League habe ich immer eine Bilanz von 15:0 oder 15:2 Siegen. Das ist in der chinesischen Super League unmöglich." Für konkurrenzfähig hält er sich dort allerdings. Bei allen Spitzenklubs, so seine Einschätzung, könnte er zumindest an Position drei spielen.

"Für Dima wäre das etwas", sagt Boll, "er liebt die intensiven Trainingswochen." Auch mit Bundestrainer Jörg Roßkopf hat sich Ovtcharov über seine Gedankenspiele ausgetauscht. Ständiger Trainingsbetrieb mit den Besten der Welt - das würde "Rossis" bestem Mann noch einen Schub geben.

Quelle: RP
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