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Schwimmen
Paul Biedermann holt DM-Titel über 100 Meter Freistil

Porträt: Paul Biedermann – deutscher Rekordschwimmer
Porträt: Paul Biedermann – deutscher Rekordschwimmer FOTO: afp, mlm/rt/rc
Berlin. Schwimmstar Paul Biedermann hat bei der DM in Berlin einen Jubiläumssieg gefeiert. Der Weltrekordler gewann das Finale auf seiner Nebenstrecke über 100 m Freistil in 49,24 Sekunden und verbuchte damit den insgesamt 40. deutschen Meistertitel seiner Karriere.

Mit der Siegerzeit verfehlte Biedermann jedoch die WM-Norm, bereits im Vorlauf war der Doppelweltmeister von 2009 an der Richtzeit gescheitert. Als Mitglied des Eliteteams ist Biedermann jedoch für die WM gesetzt. Ob er dort allerdings über 100 m an den Start geht, ist fraglich.

"Das ist keine gute Zeit, aber damit muss ich jetzt leben", sagte der 28-Jährige enttäuscht: "Wenn Steffen Deibler, der krankheitsbedingt gefehlt hat, hier gewesen wäre, wäre es bestimmt schneller geworden."

Biedermann hatte extra auf einen Start auf seiner Weltrekordstrecke 400 m Freistil verzichtet, um sich ganz auf die 100 und 200 m (Sonntag) zu konzentrieren. Von 400-m-Sieger Florian Vogel, der am Freitag in 3:46,53 Minuten auf Rang sechs der Weltrangliste geklettert war, ist Biedermann begeistert. Beide Staffelkollegen trainieren gelegentlich in Halle/Saale zusammen.

"Da habe ich schon gesehen: Der Junge hat absolut was drauf. Das hat er hier auch gezeigt", sagte Biedermann: "Es macht Spaß mit ihm. Er ist das komplette Gegenteil von mir." Der kraftvolle Biedermann und der technisch elegante Vogel seien wie "Bud Spencer und Terence Hill", findet Biedermanns Heimtrainer Frank Embacher.

Ein Start von Schwimmstar Marco Koch auf seiner Nebenstrecke 100 m Brust bei der WM im Sommer in Kasan wird immer unwahrscheinlicher. Der Vizeweltmeister über die doppelte Distanz musste sich im Finale der DM in Berlin mit dem zweiten Platz hinter Christian vom Lehn (Essen/1:00,42) zufrieden geben.

Mit seiner Zeit von 1:00,53 Minuten verfehlte Koch wie schon im Vorlauf die geforderte WM-Norm. Im Vorfeld hatte der Darmstädter betont, nur bei einer Zeit von 59,5 Sekunden über einen WM-Einzelstart über 100 m nachdenken zu wollen.

"Das war leider nicht so schnell, ich bin hier aus dem Training heraus geschwommen", sagte der Europameister: "Außerdem ist meine Brille nach dem Start vollgelaufen. Am Ende wurden auch die Arme schwer."

Als Mitglied des Eliteteams ist Koch jedoch auf seiner Paradestrecke 200 m Brust für den Saisonhöhepunkt in Russland gesetzt. Dort gilt Koch als größte Medaillenhoffung aus deutscher Sicht.

Bei der DM will sich Koch am Sonntag über 200 m deutlich besser präsentieren, die Rückkehr auf Platz eins der Weltrangliste wird jedoch schwierig. Bei den japanischen Meisterschaften trumpfte Yasuhiro Koseki mit 2:07,77 Minuten groß auf. Das ist die siebtbeste Zeit, die jemals auf dieser Strecke geschwommen wurde. Kochs bei der Heim-EM im Sommer aufgestellter deutscher Rekord liegt bei 2:07,43 Sekunden.

(sid)
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