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"Wir testen für Rio"
Biedermann stellt Bio- und Trainingsrhythmus auf Olympia um

Porträt: Paul Biedermann – deutscher Rekordschwimmer
Porträt: Paul Biedermann – deutscher Rekordschwimmer FOTO: afp, mlm/rt/rc
Halle. Schwimm-Weltrekordler Paul Biedermann lässt für eine Medaille bei Olympia in Rio nichts unversucht. Der 29 Jahre alte Hallenser stellt derzeit für eine Woche seinen Bio- und Trainingsrhythmus auf die Bedingungen während der Sommerspiele in einem halben Jahr um.

Die olympischen Schwimm-Finals finden zwischen 22.00 und 00.25 Uhr (Ortszeit) in der Nacht statt, am frühen Nachmittag (13.00 bis 15.30) sind die Vorläufe terminiert.

"Wir testen für Rio", sagte Biedermanns Heimtrainer Frank Embacher der Mitteldeutschen Zeitung: "Wir haben noch keine Erfahrungen, sind noch nie zu solch ungünstigen Zeiten geschwommen." Die von Athleten und Trainern hart kritisierten Mitternachts-Sessions wurden ins olympische Programm gehoben, weil sie dem US-Fernsehen zur besten Sendezeit gute Einschaltquoten garantieren.

Biedermann, WM-Dritter von 2015 über 200 m Freistil, richtet deswegen vorerst nur für eine Woche seine Trainingszeiten, aber auch seinen Lebensrhythmus auf Olympia aus. Essen, trainieren, schlafen gehen - alles findet zu einer anderen Tageszeit statt. Biedermann hält einige Parameter wie Ruhepuls oder Vitamin-Status fest und füllt einen Fragebogen aus. Tiefergehende medizinische Daten sollen aber erst bei der zweiten Anpassungs-Phase im Spätfrühling erfasst werden.

Bundestrainer Henning Lambertz hat alle Olympiakandidaten gebeten, Anpassungsmaßnahmen durchzuführen. Auch Kurzbahn-Europameisterin Franziska Hentke, die bei Olympia als Medaillenhoffnung über 200 m Schmetterling gilt, probierte es eine Woche mit einem veränderten Zeitplan. Probleme hatte ihr nur die Umstellung aufs längere Schlafen bereitet.

(old/sid)
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