| 19.19 Uhr

Weltmeister bekommt sechs Millionen Euro
Poker-Szene sucht Nachfolger von Pius Heinz

Poker-WM 2011: Pius Heinz räumt Jackpot ab
Poker-WM 2011: Pius Heinz räumt Jackpot ab FOTO: dapd
Las Vegas. Am Samstag beginnt mit dem Main Event der World Series of Poker wieder das bedeutendste Turnier der Welt. Mit seinem Sieg 2011 wurde Pius Heinz zur Symbolfigur der deutschen Pokerszene.

Wenn sich ab Samstag mehr als 6000 Pokerspieler um den über sechs Millionen Euro hohen Siegpreis streiten, ist Pius Heinz wieder in seinem Element. Vor knapp zwei Jahren krönte sich der damals 22-Jährige Student aus der Nähe von Köln als erster Deutscher in Las Vegas zum Pokerweltmeister und erntete ein bis dato nicht für möglich gehaltenes Medienecho. Doch mittlerweile ist es um ihn wieder ruhiger geworden. Allerdings aus freien Stücken.

"Das letzte Jahr war sehr turbulent, auch abseits der Pokertische. Deswegen möchte ich mich jetzt mal wieder nur auf das Pokerspielen an sich konzentrieren", erklärte Heinz vor wenigen Monaten, als der Vertrag mit seinem Sponsor (Pokerstars) endete. Die Rolle als Poker-Frontmann war anstrengend, die Vielzahl an Verpflichtungen kräftezehrend.

Vorfreude auf das Mainevent

Mittlerweile will sich Heinz wieder auf das "Kerngeschäft" konzentrieren. Die Vorfreude auf das sogenannte Main Event ist riesig. "Es ist das größte und wichtigste Event im ganzen Pokerkalender. Egal ob Vollblutprofi oder Hobbyspieler – auf das Main Event freuen sich alle gleichermaßen. Jeder träumt davon, es zu gewinnen", sagte Heinz. 10.000 Dollar Startgebühr muss jeder Teilnehmer entrichten, bei Heinz wurden es bei seinem Sieg 2011 am Ende 8,7 Millionen Dollar Siegprämie. Inzwischen konservativ angelegt.

"Was Pius geschafft hat, ist für uns alle ein Traum", sagt George Danzer. Der 29-Jährige ist einer der bekanntesten deutschen Pokerprofis und gewann in diesem Jahr in Las Vegas bisher mehr als 400.000 Dollar. Bei 20 Turnieren und mit insgesamt 120.000 Dollar an Startgebühren versucht Danzer diesmal, seinen Wunsch nach einem Bracelett, dem legendären Siegerarmband, zu erfüllen.

Denn das Main Event ist nur der krönende Abschluss von insgesamt 62 Wettbewerben innerhalb der "World Series of Poker". Seit dem 29. Mai läuft die 44. Auflage der Turnierserie. Und die Dimensionen der Veranstaltung sind beeindruckend: Im vergangenen Jahr gab es insgesamt über 170 Millionen Euro Preisgeld zu gewinnen, knapp 75.000 Spieler fanden den Weg nach Vegas.

Darunter mittlerweile auch viele Deutsche. Schätzungsweise 1000 werden in diesem Jahr an den diversen Turnieren teilgenommen haben. Bisher mit Erfolg. In der inoffiziellen Nationenwertung belegen die Deutschen mit insgesamt knapp vier Millionen Dollar Preisgeld derzeit Platz vier.

"Der Respekt vor der Deutschen ist mittlerweile sehr groß. Teilweise werden sie sogar gefürchtet", betont Danzer, der unter anderem auch für Stefan Raab als Prominenten-Coach für dessen Pokersendung arbeitete. Zu einem Sieg reichte es für ihn in Vegas bisher aber noch nicht. Als einzigem Deutschen gelang dies am Donnerstag Nikolaus Teichert. Bei ihm wurden aus 2500 Dollar Einsatz am Ende über 730.000 Dollar Siegprämie.

(sid)
 
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