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Reit-EM in Aachen
Schwarze Null und mehr Besucher als beim CHIO

Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen
Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen FOTO: dpa, ua lre
Aachen zieht nach zwei Wochen Reit-EM eine positive Bilanz und soll nach Vorstellungen von Weltverbands-Präsident Ingmar de Vos bald die WM ausrichten.

Die Besucher-Marke vom CHIO übertroffen, eine schwarze Null geschrieben und von höchster Stelle als WM-Ausrichter für 2022 ins Spiel gebracht: Aachen hat als Gastgeber der zweiwöchigen Reit-EM überzeugt und seinen Ruf als Mekka des Reitsports aufpoliert.

"Ich habe erwartet, dass die EM besonders wird, aber meine Erwartungen wurden noch übertroffen", sagte Weltverbands-Präsident Ingmar de Vos. Der Nachfolger der jordanischen Prinzessin Haya brachte die Soers gleich als Austragungsort für die Weltreiterspiele 2022 ins Spiel. Sollte sich die Kaiserstadt dann bewerben, "hätte man eine sehr gute Chance", versprach der Belgier.

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Aachen-Geschäftsführer Michael Mronz wiegelte jedoch ab. "Es ist besser, wenn wir uns in den nächsten Jahren auf den CHIO konzentrieren", sagte Mronz und schloss eine erneute WM nach 2006 aus. Zudem habe man mit der EM erst gerade eine große Herausforderung geschultert. Erstmals wurde das Championat in fünf Disziplinen ausgetragen.

Zufrieden war Mronz mit der Besucher-Resonanz. Mit 366.000 Zuschauern wurde die jährliche CHIO-Marke von 350.000 noch übertroffen. Zwar waren nur die Eröffnungsfeier und das Einzelfinale am Sonntag im Springen ausverkauft, doch durch das spezielle EM-Konzept habe man bewusst auch leere Ränge in Kauf genommen. So wurde die Dressur ins 40.000 Besucher fassende Springstadion verlegt und der Nationenpreis im Springen an zwei und nicht wie üblich an einem Tag ausgeritten. "Da bleiben dann auch Plätze leer", sagte Mronz.

Auch die TV-Übertragungen erfüllten die Erwartungen. Die Top-Prüfungen wie die Nationenpreise in Dressur und Springen erreichten knapp eine Million bzw. 1,2 Millionen Zuschauer in den öffentlich-rechtlichen Programmen. "Und das bei einer schwierigen Sendezeit zwischen 18.00 und 20.00 Uhr. Das schafft so manche Etappe der Tour de France nicht", sagte Mronz.

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Wirtschaftlich verlief die EM ebenfalls im Rahmen. "Wir haben die gewünschten Einnahmen erzielt und schreiben am Ende eine Schwarze Null", sagte der Turnier-Macher. Der Etat lag bei 24 Millionen Euro, plus acht Millionen Euro an öffentlichen Mitteln zur Modernisierung der Infrastruktur. Davon profitiert das Turnier noch in den nächsten Jahren. Der Etat beim CHIO beträgt 14,5 Millionen Euro.

Dass einige Top-Reiter wie der britische Weltranglisten-Erste Scott Brash nicht nach Aachen kamen, um sich für gewinnträchtigere Springen zu schonen, bedauerte Mronz. "Der Weltverband hat bislang keine klaren Termin-Strukturen geschaffen. Früher gab es fünf 5-Sterne-Turniere, heute sind es 72", kritisierte der 48-Jährige.

(sid)
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