| 17.14 Uhr

Reit-EM
Totilas hält Dressur-Equipe trotz schlechter Benotung in Führung

Fotos: Wertungs-Ärger nach Totilas' EM-Auftritt
Fotos: Wertungs-Ärger nach Totilas' EM-Auftritt FOTO: dpa, ua
Matthias Rath und Totilas haben die Führung der deutschen Dressur-Equipe bei der Reit-EM in Aachen trotz einer fragwürdigen Benotung behauptet. Der 31 Jahre alte Kronberger holte im Sattel des Millionenhengstes trotz einer guten Vorstellung lediglich 75,971 Punkte.

"Ich war mit der Prüfung eigentlich zufrieden. Natürlich kann man überall sagen, man will es besser haben. Aber wie man jetzt auf diese Prozentzahl kommt, kann ich auch nicht erklären", sagte Rath nach seiner Vorstellung, für die vor der Ergebnis-Bekanntgabe von den 10.000 Zuschauern im Reiterstadion viel Applaus bekam.

Besonders auffallend war, dass die sieben Punktrichter am Viereck völlig unterschiedlich werteten. 9,1 Prozent lag zwischen ihrem Votum - völlig aus dem Rahmen. Und ausgerechnet der Brite Andrew Ralph Gardner setzte Totilas mit der höchsten Punktzahl von 80,7 Prozent auf Rang eins, während die deutsche Richterin Katarina Wüst ihn hingegen mit 72,9 Prozent nur auf Rang elf sah.

"Das hat mich gar nicht so überrascht, weil die Ergebnisse schon gestern bei Isabell Werth so weit auseinander lagen", sagte Rath. Ratlos war er auch, warum ausgerechnet bei seinem Ritt das Live-Scoring im Stadion ausfiel. Den Zuschauern gefiel es nicht. "Ich habe mich kurz gewundert, dass zwei, drei Leute gepfiffen haben. Als ich rausritt, waren alle zufrieden. Und dann kamen die Punkte, das hat keiner mehr verstanden."

Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu war baff. "Mein Gefühl ging Richtung 80 Prozent", sagte die dreimalige Mannschafts-Olympiasiegerin, fügte aber auch an: "Die Entfernung von mir bis zum Viereck war in dem großen Stadion natürlich enorm." FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach meinte: "Auch das beste Punktgericht der Welt bekommt manchmal kein einheitliches Ergebnis hin."

Dennoch lag Gastgeber und Titelverteidiger Deutschland nach drei von vier Reitern mit insgesamt 226,071 Punkten in Führung. Dahinter folgten die Niederlande (225,800) vor Olympiasieger Großbritannien (221,143). In der Einzelwertung reichte es für Rath und Totilas nach dieser Bewertung nur zum zwischenzeitlichen zweiten Platz. Vor dem deutschen Paar platzierte sich der Niederländer Hans Peter Minderhoud auf Johnson TN (77,586).

Nach Rath ging für Deutschland noch die deutsche Meisterin Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) im Sattel von Desperados ins Viereck. Am Mittwoch hatten bereits Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen/75,200) mit Unee und die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg/74,786 Prozent) mit Don Johnson ihren Grand Prix absolviert.

(sid)
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