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Queen gratuliert deutschem Quartett zum Vielseitigkeits-Gold

Reiten: Queen gratuliert deutschem Quartett zum Vielseitigkeits-Gold
Die deutschen Reiten (im Bild: Dirk Schrade auf Hop) feierten vor den Augen der Queen ihr fünftes Vielseitigkeits-Gold in Serie gefeiert. FOTO: dpa, fdt
Die deutschen Vielseitigkeitsreiter sind derzeit nicht zu schlagen. Trotz widriger Umstände in den schottischen Highlands gewannen sie bei der EM schon wieder Gold.

Vor den Augen der Queen haben die deutschen Reiter ihr fünftes Vielseitigkeits-Gold in Serie gefeiert. Die englische Königin schaute am Sonntag im schottischen Blair Castle zu, als das Quartett um Ausnahmekönner Michael Jung seine Leistung bei der Europameisterschaft erneut mit dem Titel krönte. Anschließend gratulierte Elizabeth II. und überreichte höchstpersönlich die Medaillen. Der König der Vielseitigkeitsreiter ist Michael Jung, der die Grundlage für sein drittes Doppel-Gold beim Geländeritt legte. 

"Das war einfach genial", schwärmte der alte und neue Einzel-Europameister nach seinem Ritt mit Takinou. Das Quartett mit Jung, Sandra Auffarth (Ganderkesee) auf Opgun Louvo, Ingrid Klimke (Münster) auf Hale Bob und Dirk Schrade (Sprockhövel) auf Hop and Skip war so überlegen, dass es schon vor dem letzten Ritt von Jung als Sieger feststand. "Wir sind alle überglücklich", sagte Ingrid Klimke. Silber gab es zudem für Sandra Auffarth. Zweite wurde die britische Equipe vor Frankreich.

Jungs Vorstellung war trotz Dauerregens in den schottischen Highlands eine Demonstration seiner herausragenden Klasse. Mit dem erst achtjährigen Wallach Takinou, dem jüngsten Pferd im Wettbewerb, flog der 33 Jahre alte Titelverteidiger geradezu über die Hindernisse. So hatte er schon vor dem abschließenden Springen, das am Sonntag bei Sonnenschein stattfand, einen großen Vorsprung.

"Er ist ein sehr schnelles Pferd. Es fühlt sich einfach an, und er kämpft für den Reiter", lobte Jung seinen noch jungen Wallach: "Ich muss ihn deutlich mehr unterstützen, weil er noch nicht die Routine hat." Begeistert war auch sein Vater und Trainer Joachim Jung. Der Senior schwärmte: "Da kommt auch am Ende noch Power - das ist Wahnsinn. Für das Alter ist das einfach gigantisch." Der Coach gab allerdings auch zu: "Mit einem jungen Pferd ist man doch aufgeregter."

Jung gewann zum dritten Mal in Serie Doppel-Gold bei einer EM. Dem 33 Jahre alten Reiter aus Horb gelang diese Serie mit drei verschiedenen Pferden. Er stellte damit den Rekord der Britin Virginia Leng ein, der in den achtziger Jahren unter verschiedenen Namen die gleiche Serie gelang.

Angeführt von Jung hat die auch bei Olympia und bei der WM siegreiche Mannschaft ihre sensationelle Serie verlängert und blieb im fünften Jahr in der Team- und Einzelwertung ungeschlagen. Das gab es in der Geschichte des Pferdesports noch nie. 

Ein wenig profitierte Jung im Einzel von den widrigen Umständen im Gelände, die Auffarths Ritt deutlich beeinträchtigt hatten. Die nach der Dressur führende Reiterin aus Ganderkesee ritt rund zwei Stunden später, als der Boden wegen der Wassermassen immer schlechter wurde.

Die Doppel-Weltmeisterin wurde zudem wegen einer Reparaturarbeit an der Strecke am fünften Hindernis gestoppt und durfte erst nach einer mehrminütigen Unterbrechung mit Opgun Louvo weiterreiten. Das sei "kein Problem" gewesen, sagte Auffarth: "Mein Pferd war der Hammer, er ist ganz ruhig geblieben." Das Problem war der Untergrund.

"Der Boden war unglaublich tief", berichtete auch Klimke: "Das war wie mit Saugnäpfen unter den Füßen. Das hat Zeit gekostet." So war es unmöglich für die spät gestarteten Auffarth und Klimke, die Richtzeit einzuhalten. "Ich war gefühlt deutlich schneller", sagte Auffarth.

(dpa)
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