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Schwimm-DM
Youngster Wierling ist von Leistungsexplosion selbst überrascht

Schwimm-DM: Damian Wierling ist von seiner Leistungsexplosion selbst überrascht
FOTO: dpa, rje kno
Berlin. Die nächste Generation hat bei der DM in Berlin auf sich aufmerksam gemacht. Vor allem Damian Wierling und Alexandra Wenk überraschten positiv.

Nach seiner Leistungsexplosion war Damian Wierling selbst überrascht. "Dass so ein Sprung rauskommt, habe ich nicht gedacht", sagte der 20-Jährige, der mit seinem deutschen Rekord über 50 m Freistil für die größte Überraschung bei der Schwimm-DM in Berlin gesorgt hatte. Um gleich sechs Zehntel hatte der Mülheimer seine persönliche Bestzeit auf 21,81 Sekunden gesteigert - eine Entwicklung, die Fragen aufwarf.

"Dafür muss man nicht dopen", sagte Bundestrainer Henning Lambertz: "Wenn man nachdenkt und vernünftig handelt, ist so was auch durchaus legal möglich." Dass Wierling auf Platz sieben der Weltjahresbestenliste schoss und sich ins vorläufige Team für die Olympischen Spiele in Rio schwamm, habe er einer Trainingsumstellung zu verdanken. Schon vor drei Jahren holte Lambertz ihn in sein Perspektivteam, "weil er eine ganz besondere Qualität im Wasser besitzt".

Wierling war aus Mülheim zur SG Essen gewechselt, wo man zunächst versuchte, das Grundlagenausdauer-Training nachzuholen, das ihm in den Jahren zuvor gefehlt hatte. "Das führte nicht zum gewünschten Erfolg", berichtete Lambertz, bis 2012 selbst Trainer in Essen, "also hat man auf Technik und Kraft gesetzt." Im letzten halben Jahr legte der Student vier bis fünf Kilogramm Muskelmasse zu, "dabei hat er seine Technik behalten - das Resultat sehen wir gerade".

Schon über 100 m Freistil hatte der Youngster auf sich aufmerksam gemacht, als er im Finale an Schwimmstar Paul Biedermann vorbeizog und sich den Meistertitel schnappte. Im Vorlauf hatte er allerdings die Rio-Norm knapp verpasst. Dieses Missgeschick unterlief ihm über die halbe Distanz nicht noch einmal. Gleich am Morgen unterbot er den deutschen Rekord um fünf Hundertstel, im Finale schwamm er zwar drei Hundertstel langsamer, erfüllte aber den ersten Teil der Olympia-Qualifikation klar. "Das hatte ich nirgends auch nur angeträumt", sagte Wierling.

Nur ein Jahr älter, aber deutlich erfahrener ist Alexandra Wenk. Die Münchnerin, die sich in Berlin mit vier deutschen Rekorden innerhalb von 30 Stunden in einen Rausch schwamm, hat bereits ihre zweiten Olympischen Spiele vor Augen. Beim historischen Debakel vor vier Jahren in London war sie erst 17 und litt mit Britta Steffen. "Was sie einstecken musste - ich wäre nicht gerne sie gewesen in dem Moment", sagte sie rückblickend.

Mittlerweile ist Wenk - neben Kurzbahn-Europameisterin Franziska Hentke - bei den Frauen selbst eine der wenigen Olympia-Hoffnungen. Mit Platz sieben bei der WM im vergangenen Jahr über 100 m Schmetterling hatte sie ihr Potenzial erstmals angedeutet. In Berlin schwamm sie mit ihrer Rekordshow ins Rampenlicht, vor allem, weil sie die 35 Jahre alte Bestmarke über 200 m Lagen knackte.

Dass ihr im internationalen Vergleich als Weltranglisten-13. noch einiges fehlt, weiß sie selbst. "Bis zur Spitze ist es noch ein weiter Weg, da muss ich noch mal eine Schüppe drauflegen", sagte Wenk.

(sid)
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