| 18.18 Uhr

Schwimm-WM
Biedermann als Halbfinalsechster noch nicht in Medaillenform

Schwimm-WM: Paul Biedermann als Sechster ins WM-Finale über 200 Meter
Weltrekordler Paul Biedermann braucht für eine Medaille über 200 Meter Freistil im WM-Finale eine Leistungssteigerung. FOTO: dpa, msc fpt
Kasan. Weltrekordler Paul Biedermann hat auf dem Weg zu einer Medaille bei der Schwimm-WM in Kasan auch die zweite Hürde erfolgreich gemeistert. Der Doppelweltmeister von 2009 zog auf seiner Paradestrecke über 200 m Freistil als Sechster des Halbfinals in den Endlauf am Mittwochabend ein. In Medaillenform präsentierte sich der 28-Jährige jedoch noch nicht.

"Ich hätte schon gedacht, dass ich schneller bin. Aber ich habe noch einen Tag Zeit um mich vorzubereiten und hoffe, dass ich dann im Finale schneller bin", sagte Biedermann im ZDF: "Man muss wesentlich schneller als meine Saisonbestzeit schwimmen, um in die Medaillen zu kommen. Deswegen muss ich jetzt mal richtig in die Puschen kommen."

Der Hallenser blieb in 1:46,20 Minuten klar über seiner Saisonbestzeit und hinter dem Halbfinalsieger Ryan Lochte (1:45,36) zurück. Clemens Rapp (Heidelberg) war einen Tag nach seinem siebten Platz über die doppelte Distanz als 21. im Vorlauf gescheitert.

Nach seinem dritten Platz im Vorlauf acht Stunden zuvor hatte Biedermann, der am Montag in der 4x100-m-Freistilstaffel enttäuscht hatte, leicht genervt ein Selbstinterview geführt, dass Erinnerungen an eine legendäre Pressekonferenz von Klaus Augenthaler als damaliger Trainer des VfL Wolfsburg weckte.

"Hallo, ich gebe Antworten und die Fragen stelle ich auch selber", hatte der Freund von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen den verdutzten Journalisten entgegengeworfen: "Wie war das Rennen? Das Rennen war okay. Jetzt wird's umso spannender im Semifinale, und da freue ich mich jetzt drauf. Wie hat sich das Wasser angefühlt? Immer noch nass, aber schon etwas besser. Ich brauche immer einen Wettkampf um reinzukommen."

Biedermanns merkwürdiger Auftritt in der Interviewzone lässt sich mit den hohen Erwartungen erklären. Die Chancen auf seinen ersten WM-Titel seit seinem Doppelgold 2009 in Rom sind so groß wie nie. Biedermann war mit der weltbesten Zeit nach Kasan gereist und in der Vorbereitung von Krankheiten verschont geblieben. Zudem sind US-Superstar Michael Phelps (Ausschluss nach Alkoholfahrt) und Doppel-Olympiasieger Yannick Agnel (Trainingsrückstand) nicht am Start. Auch Freundin Steffen zeigte sich optimistisch: "Eine Medaille halte ich für realistisch."

(sid)
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