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Schicksalsschlag für Surf-Star
Fanning kämpft trotz Tod des Bruders um WM-Titel

Das Netz feiert Surfer Mick Fanning
Das Netz feiert Surfer Mick Fanning
Erst hat Surf-Superstar Mick Fanning einen Hai besiegt, dann einem Wellenreiter das Leben gerettet. Jetzt trauert der Australier um seinen Bruder Peter. Und will für ihn seinen vierten WM-Titel gewinnen.

Nach dem plötzlichen Tod seines großen Bruders schnappte sich Mick Fanning sein Surfbrett, paddelte hinaus auf den Pazifik - und zeigte der Welt einmal mehr seine Extraklasse. "Es war einer der schwersten Tage in meinem Leben", sagte der australische Surf-Star, der mitten im Kampf um den WM-Titel von dem Schicksalsschlag erfahren hatte.

"Peter wird immer mein Held bleiben", sagte Fanning, dessen Bruder mit nur 43 Jahren im Schlaf verstorben war. Trotz der Schock-Nachricht zog Fanning nur Stunden später beim so genannten Pipe Masters vor der Küste der hawaiianischen Insel O'ahu ins Viertelfinale ein. Und kämpft am Ende eines hochemotionales Jahres weiter um seinen vierten Weltmeister-Titel. Für Peter.

Fotos: Surfer wird bei Wettkampf von Hai angegriffen FOTO: AFP PHOTO / WSL

"Wir haben neulich noch telefoniert, und er hat mir gesagt, wie stolz er auf mich ist", schrieb Fanning in einem bewegenden Statement nach seiner starken Vorstellung an dem legendären Spot vor Hawaii: "Ich wusste, dass ich die Stärke finden kann. Denn es wäre Peters Wunsch gewesen, dass ich im letzten Event des Jahres weiter dabei bin."

Es ist nicht die erste schwere Probe, vor die der 34 Jahre alte Blondschopf aus New South Wales gestellt wird. 1998 verunglückte Fannings Bruder Sean bei einem Autounfall tödlich, der Wellenreiter widmete ihm seinen ersten Titel im Jahr 2007, mit dem er schlagartig berühmt wurde. Fanning hatte die US-Ikone Kelly Slater entthront - genau zu diesem Duell kommt es nun wieder am Ende eines aufwühlenden Jahres für den Australier.

Bereits im Juli hatte Fanning für weltweite Schlagzeilen gesorgt, als er vor laufenden TV-Kameras die Attacke eines mächtigen Hais vor der Küste Südafrikas abwehrte. Der Star der Szene reagierte geistesgegenwärtig und vertrieb den lebensgefährlichen Angreifer mit mehreren beherzten Schlägen.

Es sei "ein Wunder", dass er noch lebe, sagte Fanning anschließend: "Ich habe nur die Rückenflosse gesehen. Ich trat um mich und schrie." Das Raubtier, vermutlich ein Weißer Hai, hatte ihn von seinem Board geschubst und es dauerte für Fanning eine gefühlte Ewigkeit, bis ihn die Retter auf einen Jetski gezogen hatten.

Anfang Dezember, in der Vorbereitung auf das laufende Saison-Highlight, vollbrachte Fanning dann eine weitere Heldentat. Der Mann mit der Trikotnummer 7 griff beherzt bei einer Rettungsaktion ein und half, den Bodyboarder Evan Geiselman vor dem Ertrinken zu bewahren. Der US-Amerikaner trieb bewusstlos durch das Wasser, als sich Fanning in die hohen Wellen stürzte und gemeinsam mit weiteren Surfern und einem Rettungsteam eine Tragödie verhinderte.

Egal, ob Fanning nun vor Hawaii seinen vierten WM-Titel holt - dieses Jahr wird er mit Sicherheit niemals vergessen.

(sid)
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