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Tischtennis-Champions-League
Borussia gewinnt Krimi

Timo Boll – Rekord-Meister, Weltranglisten-Erster, Borussia Düsseldorf
Timo Boll – Rekord-Meister, Weltranglisten-Erster, Borussia Düsseldorf FOTO: AFP
Düsseldorf. Fegerl holt nach zwei Boll-Siegen im Champions-League-Spiel in Chartres den letzten Punkt zum 3:2.

Hinterher ist man immer schlauer. Der ganze organisatorische Aufwand, den Borussia vor dem Tischtennis-Champions-League-Spiel beim Chartres ASTT (Frankreich) betrieben hatte, stellte sich als übertrieben heraus. Kristian Karlsson reiste wegen einer Entzündung im linken Fuß nicht mit nach Frankreich, und Timo Boll hatte Nackenprobleme. So hatten die Borussen Sharath Kamal Achanta vorzeitig aus seiner Heimat Indien nach Europa beordert. Denn in Stefan Fegerl und Anton Källberg weilten nur zwei problemlos einsatzbereite Spieler in Düsseldorf.

Achanta jettete nach Paris und saß in Chartres nur auf der Bank, denn Bolls Nackenprobleme stellten sich als nicht so gravierend heraus. Und der 35-jährige Routinier machte seine Sache gut. Wie fast immer steuerte der Linkshänder zwei Punkte bei und war Sieggarant für den deutschen Rekordmeister. Das 3:2 in Chartres wurde von Fegerls Erfolg im letzten Match der Partie gesichert.

Boll bewies wieder seine unglaubliche Nervenstärke und die Fähigkeit, sein Spiel auf ein Niveau zu heben, dass mindestens eine Klasse besser ist als das des Gegners. So verlor der Düsseldorfer zwar Satz eins gegen Pär Gerell, doch dann drehte der Düsseldorfer mächtig auf. Er wusste genau, wie er sich Gerell zurechtlegen musste, ohne mit aller Gewalt draufzuhauen. Dosiert, mit viel Gefühl und genau geschlagenen Bällen trieb Boll Gerell in die am Ende deutliche Niederlage. Zuvor hatte er bereits dem österreichischen Mannschaftseuropameister von 2015, Robert Gardos, keine Siegchance gelassen.

Aber Boll war der einzige Borusse, dem die Siege in Chartres leicht fielen. Wie viel Arbeit beim dreimaligen französischen Meister wartete, wurde direkt in der Auftaktbegegnung zwischen Fegerl und Gerell klar. Die beiden schenkten sich nichts, gewannen abwechselnd die Sätze eins bis vier und standen sich im entscheidenden Satz gegenüber. Darin erspielte sich Fegerl eine 7:5-Führung, lag 8:10 zurück, wehrte einen Matchball ab und unterlag mit 9:11. Dennoch wurde Fegerl zum Helden, denn nachdem Källberg gegen Alexandre Robinot verloren hatte, musste Fegerl gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Gardos zum alles entscheidenden Duell antreten und gewann. Borussia ist nun mit 4:0 Punkten die einzige noch unbezwungene Mannschaft in der Champions League Gruppe D.

(tino)
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