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Tischtennis-WM
Boll zieht als erster Deutscher ins Achtelfinale ein

Tischtennis-WM: Timo Boll zieht als erster Deutscher ins Achtelfinale ein
Timo Boll ballt die Faust. FOTO: dpa, ve jhe
Düsseldorf. Timo Boll erreicht bei seiner 17. WM-Teilnahme das Achtelfinale. Für Kristin Silbereisen ist die Tischtennis-WM in Düsseldorf beendet - mit dem besten persönlichen Abschneiden bei einem Weltchampionat.

Timo Boll winkte kurz in das Düsseldorfer Publikum und ballte für einen Moment die Faust. Der deutsche Tischtennis-Star steht bei seinen 17. Weltmeisterschaften unter den besten 16. Sein Fünf-Satz-Sieg gegen den Südkoreaner Woojin Jang war beeindruckend, fiel dem 36-Jährigen aus dem Odenwald am Freitag aber keineswegs leicht. "Die Jungs wollen mich alle ärgern hier", sagte Boll. "Aber ich versuche, mich noch dagegen zu wehren."

Mit Erfolg: Der bekannteste deutsche Spieler ist am Final-Wochenende dieser Heim-WM noch dabei. Erst steht am Samstag um 10.00 Uhr das Mixed-Halbfinale mit Petrissa Solja und dem Chinesen Fang Bo an, danach spielen dann die Herren weiter. Auch gegen die Nummer 39 der Welt bestätigte sich, was Boll bereits im Vorfeld betonte hatte: Er ist genau rechtzeitig zu diesem Turnier in exzellenter Form. "Ich bin jetzt fast am Limit, viel besser kann ich nicht spielen. So soll es weitergehen", sagte er. "Ich muss in der nächsten Runde aber wieder genau so eine Leistung bringen, um zu bestehen."

Sein Gegner Woojin Jang ist 14 Jahre jünger als der Deutsche. Aber der kann es noch immer. Leicht tänzelnd hielt sich Boll nach jedem Ballwechsel locker. Er zeigte sich selbstbewusst angesichts seines noch immer großartigen Könnens, das er speziell bei einem spektakulären Ballwechsel zum 11:10 im dritten Satz zeigte.

Boll war besonders ehrgeizig nach der Achtelfinal-Niederlage im Doppel tags zuvor an der Seite des chinesischen Olympiasiegers Ma Long gegen Chinas Top-Favoriten Fan Zhendong/Xu Xin. Die erreichten am Freitag gleich das Halbfinale - wenn auch nur mit viel Mühe.

Für die letzte Deutsche endete diese sieben Millionen Euro teure Heim-WM in der Düsseldorfer Messehalle am Freitag unter den Top 16: Kristin Silbereisen verlor trotz starker Leistung mit 2:4 Sätzen gegen die Weltranglisten-Vierte Feng Tianwei aus Singapur.

"Natürlich bin ich enttäuscht. Aber das war auch die beste WM, die ich bislang gespielt habe", sagte die 32 Jahre alte Doppel-Europameisterin anschließend. Eines wollte sie besonders festhalten: "Ich bin stolz darauf, dass ich die beste Deutsche im Einzel bin. Ich konnte zeigen, dass ich auch noch da bin."

Entschieden wurde dieses Spiel im fünften Satz, als die deutsche Meisterin eine 7:3-Führung noch verspielte. "Das ist das Einzige, was ich mir vorwerfe", sagte Silbereisen mit einer halb gegessenen Banane in der linken Hand. "Aber ich habe weder hektisch noch dumm gespielt.
Es war einfach schade."

Auch Bundestrainerin Jie Schöpp lobte ihre erfahrenste Spielerin. "Es würde mir natürlich besser gehen, wenn Kristin gewonnen hätte. Aber sie hat sehr gut gespielt", sagte die gebürtige Chinesin. "Sie hat ein ganz großes Turnier gespielt. So weit ist sie bei einer WM noch nie gekommen. Obwohl sie nicht die Jüngste in der Mannschaft ist, ist sie über sich hinaus gewachsen. Das war beeindruckend."

(sid)
 
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