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Tischtennis-WM
Bolls Medaillentraum lebt weiter

Tischtennnis-WM: Der Medaillentraum von Timo Boll lebt weiter
Timo Boll in dem Match gegen Marcos Freitas. FOTO: dpa, ve lof
Düsseldorf. Timo Bolls Medaillenjagd bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf geht weiter. Im Achtelfinale des Turniers setzte er sich gegen den Portugiesen Marcos Freitas mit 4:1 durch. Im Viertelfinale wartet die Nummer eins der Welt. Von Patrick Scherer

8000 Zuschauer lassen am Samstagabend die Welle durch die ausverkaufte Düsseldorfer Messehalle 6 schwappen. Gerade hat Timo Boll (Weltranglistenplatz 8) gegen den Portugiesen Marcos Freitas (16) den dritten Satz für sich entschieden. Fünf Satzbälle hatte Boll benötigt, um auf 2:1 zu stellen. Es war einer der Knackpunkte im Achtelfinale der Tischtennis-Weltmeisterschaft. Am Ende siegte der 36-Jährige in einer mit tollen Ballwechseln gespickten Partie mit 4:1 (5:11, 11:7, 15:13, 11:9, 11:6).

Das Aushängeschild des deutschen Tischtennis ist in seiner Wahlheimat Düsseldorf angetreten, um seine zweite Medaille bei einer Einzel-WM zu holen. Der Traum lebt weiter. Um wie 2011 zumindest Bronze zu gewinnen, muss Boll am Pfingstsonntag nun im Viertelfinale die Nummer eins der Welt, den Chinesen Ma Long, aus dem Weg räumen.

"Eigentlich hab ich zwar noch nichts gewonnen, aber ich werde doch schon ein bisschen sentimental", sagte Boll nach der Partie: "Es fühlt sich gut an. Ich habe nichts zu verlieren, vielleicht gelingt mir eine Überraschung. Das Spiel war nah an 100 Prozent." Im Halbfinale am Montag könnte der Borusse dann auf das 13-jährige japanische Wunderkind Tomokazu Harimoto treffen. Am Sonntag (11 Uhr) kann auch noch Dimitrij Ovtcharov (Weltranglistenplatz 5) gegen den Japaner Koki Niwa (11) in die Runde der letzten Acht einziehen.

Samstagvormittag war für Petrissa Solja und Ruwen Filus das Turnier bereits beendet. Fang Bo knallte die Tür hinter sich zu. Ein paar Meter weiter stand Solja grinsend vor den Medienvertretern. Völlig unterschiedliche Gemütslagen nach demselben Ergebnis. Wenige Minuten zuvor hatten beide zusammen im Mixed-Halbfinale an der Platte gestanden. Sie hatten mit 3:1 geführt und waren auf dem besten Weg ins Finale. Am Ende hieß es gegen das japanische Duo Maharu Yoshimura und Kasumi Ishikawa aber 3:4 (11:13, 12:14, 11:5, 6:11, 11:5, 11:7, 11:5).

Während der Chinese Fang Bo keinen Interpretationsspielraum ließ, was ein Dritter Platz für sein Selbstverständnis bedeutet, bekundete Solja: "Mit etwas Abstand werde ich mich sehr darüber freuen." Solja hat schon einen Plan, wie sie die Zeit nach der WM verbringen wird. "Danach fahre ich mit dem Wohnmobil nach Disneyland, da kann ich mir die Freude aus der Seele schreien." Solja nimmt ihr Wohnmobil überall mit hin, auch in Düsseldorf parkte die 23-Jährige das Gefährt vor der Halle. Für den Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) ist Bronze im Mixed der erste Medaillengewinn einer Spielerin bei einer Einzel-WM seit 1971.

Ruwen Filus (WR 32) musste sich im Einzel-Achtelfinale dem Weltranglistenzweiten Fan Zhendong aus China mit 2:4 (11:13, 13:11, 7:11, 3:11, 11:9, 3:11) geschlagen geben. Der zweimalige Mannschafts-Europameister vergab im ersten Durchgang einen Satzball und hätte durchaus mit 2:0 in Führung gehen können. "Ich habe ein super Spiel gemacht und mein bestes Tischtennis gezeigt. Es hat einfach nur mega viel Spaß gemacht gegen die Nummer zwei der Welt", sagte Filus anschließend. Die Mehrzahl der Ballwechsel zwischen dem defensiv agierenden Deutschen und Chinas Mannschafts-Weltmeister Fan Zhendong war spektakulär.

(erer)
 
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