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Vielseitigkeits-EM in Polen
Pferd muss nach Beinbruch eingeschläfert werden

Vielseitigkeits-EM: Pferd muss nach Beinbruch eingeschläfert werden
Bettina Hoy bei der Vielseitigkeits-EM. FOTO: dpa, phs nic
Strzegom . Der Tod eines Pferdes hat die Vielseitigkeits-Europameisterschaft in Polen überschattet. Bob The Builder ist nach Angaben der Organisatoren am Samstag eingeschläfert worden.

Der elf Jahre alte Wallach hatte sich in Strzegom bei einem Sturz mit dem polnischen Reiter Michal Knap ein Bein gebrochen.

Nur noch zu dritt startet das deutsche Reiter-Team in den letzten Tag der Vielseitigkeits-EM. Dennoch sind mehrere Medaillen möglich. Nach dem Schock zur Mittagszeit gab es am Ende viele strahlende Gesichter bei den deutschen EM-Reitern. Trotz des Ausfalls der gestürzten Bettina Hoy durfte die Vielseitigkeits-Mannschaft auf Gold hoffen. Das zum Trio geschrumpfte Team lag vor dem abschließenden Springen am Sonntag im polnischen Strzegom auf Platz zwei. Es führte Großbritannien mit 113,90 Strafpunkten vor der deutschen Equipe (123,00) und Schweden (128,50).

Auf Platz eins der Einzelwertung lag Ingrid Klimke, die im Gelände am Samstag eine fehlerlose Vorstellung mit Hale Bob zeigte. "Es war die reine Freude", kommentierte die strahlende Reiterin den Ritt mit ihrem Wallach: "Er flog gleich los, das war echt klasse." Die 49-Jährige aus Münster stand "unter Druck" nach dem Ausfall der gestürzten Hoy. "Die Stimmung war nicht so dolle, als Bettina raus war. Ich durfte mir keinen Fehler erlauben."

Eine weitere Einzel-Medaille winkt Michael Jung, der zuletzt drei Mal in Folge Doppel-Gold gewann. "Es ist schade", sagte der Reiter aus Horb zu Hoys Ausfall. "Das lässt einen auch ein bisschen durcheinanderbringen." Beim Ritt selber war Jung jedoch "voll konzentriert" und lenkte Rocana sicher über das Gelände. "Sie war sehr kraftvoll", berichtete der Reiter. Ohne Probleme und ohne Fehler erreichte der Erfolgsreiter mit der Stute das Ziel unterhalb der erlaubten Zeit.

"Der Kopf tut ein bisschen weh"

Tapfer berichtete Hoy von ihrem Unfall mit Seigneur Medicott. "Der Kopf tut ein bisschen weh", sagte die Reiterin: "Das Pferd hat keinen Kratzer, das ist das Wichtigste." Tierarzt Carsten Rohde erklärte: "Er hat das weitgehend unbeschadet überstanden."

Hoy war mit dem Wallach am zehnten Hindernis gestürzt, nachdem das Paar zuvor bereits eine Verweigerung hatte. Das Pferd hatte zu Beginn des Rittes ein Hufeisen verloren. "Dadurch wurde er unsicher, weil er rutschte", erklärte die 54-Jährige aus Rheine. "Das ist wirklich sehr bedauerlich", sagte die nach der Dressur führende Reiterin.

"Das tut mir unheimlich leid für sie", sagte Dennis Peiler, Sportchef des Reitverbandes. "Man sah schon zu Beginn, dass es nicht einfach wird und das Paar zu kämpfen hat. Leider hat sich der Eindruck bestätigt."

Bereits bei der ersten deutschen Starterin hatte es eine Enttäuschung gegeben. Julia Krajewski ritt mit ihrem Pferd Samourai an einem Hindernis vorbei. "Ich bin enttäuscht", sagte die 28 Jahre alte Reiterin aus Warendorf und erläuterte: "Wir sind auf dem Boden, der nicht so griffig ist, mehrmals gerutscht." Da Hoy ausgeschieden ist, zählt Krajewskis Ergebnis für die Teamwertung.

(dpa)
 
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