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Doping
Weltschwimmverband untersucht chinesische Praxis

Peking. Der Weltschwimmverband FINA überprüft Chinas Vorgehensweise im Fall der positiv getesteten chinesischen Schwimmer Wang Lizhuo und An Jiabao. Die beiden Sportler, bei denen der verbotene Wirkstoff Clenbuterol nachgewiesen wurde, sollen in China mit einer Verwarnung davon kommen. Wie die FINA am Mittwoch mitteilte, stehe von chinesischer Seite eine endgültige Entscheidung noch aus. Zugleich betonte der Weltverband sein Anliegen, die "Mehrheit der sauberen Athleten" zu schützen, ohne andere vorverurteilen zu wollen. Chinas Anti-Doping-Agentur hatte zuletzt sechs positive Dopingtests chinesischer Schwimmer bestätigt. Zuvor hatte die britische Zeitung "Times" von fünf Tests berichtet und das diese verheimlicht werden sollen. Die Chinesen betonten daraufhin, dass man niemals positive Dopingtests verschleiert habe. Schon beim Umgang mit der positiven Dopingprobe von Olympiasieger Sun Yang hatte Chinas Verband im Jahr 2014 international für Aufsehen gesorgt. Der Freistilschwimmer war rückwirkend für drei Monate gesperrt worden. Als der Fall bekannt wurde, war die Sperre bereits abgelaufen. Sun Yang konnte bei der WM 2015 starten und in Kasan die Goldmedaille über 800 Meter Freistil gewinnen. Der Wirkstoff Clenbuterol unterstützt den Aufbau von Muskeln. Immer wieder haben Sportler Clenbuterol verbotenerweise als Dopingmittel benutzt, in den 1990er Jahren wurden chinesische Schwimmer reihenweise positiv getestet. Clenbuterol stand in Deutschland zudem mehrmals im Mittelpunkt von Tiermast-Skandalen.

(dpa)
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