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Windsurfen
Erwachsenes Wunderkind: Köster greift vor Sylt an

Das ist Philip Köster
Das ist Philip Köster FOTO: dpa, chc lre
Westerland/Hamburg. Nach zwei enttäuschenden Jahren ist Philip Köster zurück an der Spitze des Windsurf-Zirkus. Beim Heimspiel vor Sylt zählt für den Ausnahme-Athleten nur der Sieg.

Wenn Philip Köster am Brandenburger Strand nach Brett und Segel greift, gibt es nur eine Marschroute: "Ich will das Heimspiel auf Sylt gewinnen, den Platz an der Spitze bis zum Saisonende verteidigen und zum dritten Mal Weltmeister werden", sagte der 21 Jahre alte Ausnahmeathlet vor dem Event auf der Nordseeinsel, das vom Wochenende bis zum 4. Oktober ausgetragen wird.

Köster strotzt vor Selbstbewusstsein - und er hat allen Grund dazu. Nach drei Tourstopps grüßt der auf Gran Canaria lebende Deutsche von der Spitze der Weltrangliste. Die enttäuschenden Ergebnisse der vergangenen beiden Jahre sind abgehakt. Köster wirkt gereift, das Wunderkind ist erwachsen geworden.

"Es waren von meiner Leistung her keine schlechten Jahre", meinte Köster rückblickend auf seine Plätze sechs und sieben in der Gesamtwertung. 2013 kegelte ihn eine Staphylokokken-Infektion aus dem Titelrennen, 2014 hatte er auch mit den leichten Winden zu kämpfen.

Köster ist schwerer als die meisten Athleten und auf eine steife Brise angewiesen, um seinen wuchtigen Körper mit rund 90 Kilo in Fahrt zu bringen. "Die Konkurrenz in der Weltspitze ist unheimlich groß. Es muss alles zusammenpassen, wenn man Weltmeister werden will", sagte er.

Nach seinen Triumphen 2011, als sich Köster als zweitjüngster Athlet nach dem legendären Robby Naish die Krone der Windsurfer gesichert hatte, und der erfolgreichen Titelverteidigung ein Jahr darauf waren die Rückschläge neue Erfahrung für den Senkrechtstarter der Szene. "Ich habe aber nie an mir gezweifelt und jetzt bin ich wieder vorne dabei", meinte er.

Am vergangenen Wochenende hatte sich Köster in "Cold Hawaii" vor dem dänischen Klitmöller auf Platz eins gesetzt. Genau so soll es beim Highlight vor Sylt weitergehen. Der einzige Super Grand Slam der Weltserie schüttet mit 120.000 Euro das höchste Preisgeld der Tour aus und präsentiert neben dem Wellenreiten auch die Disziplinen Freestyle und Slalom.

Im vergangenen Jahr kamen über 200.000 Besucher an den Brandenburger Strand. Köster hofft darauf, dass der Wind vor Westerland stark genug bläst und er dem deutschen Publikum wie zum Auftakt vor Gran Canaria eine Show der Extraklasse bieten kann.

Wie in Trance pflügte Köster damals durch die Wellen und probierte sogar den Triple Loop - den heiligen Gral der Windsurfer. Auf Teneriffa, der zweiten Station, wurde er im August Dritter. "Das Jahr läuft bisher super für mich. Aber ich muss weiter Vollgas geben", sagt Köster. Und setzt alles daran, am Ende der Saison zum dritten Mal ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

(sid)
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