| 19.10 Uhr

WM in Budapest
Deutsche Schwimmer nur Zuschauer bei Hosszu-Show

WM in Budapest: Alle deutschen Schwimmer scheiden in den Vorläufen aus
Clemens Rapp verbesserte über 200 Meter Freistil in 1:47,69 Minuten immerhin seine Saisonbestzeit. FOTO: dpa, ahe nic
Budapest. Nach dem ernüchternden WM-Auftakt verlief auch der zweite Wettkampftag für die deutschen Schwimmer nicht viel besser. Für Highlights sorgten andere.

Als die internationalen Stars am zweiten WM-Tag eine Weltklassezeit nach der anderen ins Becken zauberten, saßen die deutschen Schwimmer nur als staunende Zuschauer auf der Tribüne. Dort erhielten sie vor allem durch "Iron Lady" Katinka Hosszu Anschauungsunterricht. Ungarns Schwimmstar verzückte die 12.000 Zuschauer in der Budapester Duna Aréna mit ihrem ersten Gold über 200 m Lagen (2:07,00).

Bundestrainer Henning Lambertz sehnte bereits die Starts seiner wenigen Hoffnungsträger herbei, nachdem ein DSV-Quartett am Montag im Vorlauf ausgeschieden war. "Wir freuen uns auf die Großen, die wir im Team haben. Wenn die ab Mittwoch anfangen, das Wasser ein bisschen mit aufzuwirbeln, dann wird es deutlich besser", sagte Lambertz, der ein Jahr nach dem Olympia-Debakel unter Druck steht.

Nach dem ernüchternden Auftakt am Sonntag mit nur einem Halbfinaleinzug durch Aliena Schmidtke waren die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) in den Abendrennen am Montag in der Duna Aréna von Budapest komplett beschäftigungslos. Und am Dienstag droht dasselbe Szenario. Erst wenn die Weltjahresbesten Philip Heintz und Franziska Hentke am Mittwoch und Weltmeister Marco Koch einen Tag später auf den Startblock steigen, ist Besserung in Sicht.

Lambertz: "Es ist alles noch absolut im Rahmen"

Bis dahin ist Durchhalten angesagt im deutschen Mini-Team, von dem bislang in Schmidtke (Zehnte über 100 m Schmetterling) und Clemens Rapp (Platz 20 über 200 m Freistil) nur zwei von acht Startern ihre Saisonbestzeiten unterbieten konnten. Dennoch bemüht sich Lambertz, die Leistungen seiner zweiten Reihe möglichst positiv zu werten. "Es ist alles noch absolut im Rahmen", sagte der 46-Jährige.

Für Highlights sorgten am Montagabend andere. Neben der umjubelten Hosszu glänzten auch die Olympia-Champions Sarah Sjöström und Adam Peaty (100 m Brust) bei ihren Siegen. Für Sjöström, die tags zuvor einen 100-m-Freistilweltrekord aufgestellt hatte, war es das vierte WM-Gold in Folge über 100 m Schmetterling.

Die zweite Reihe aus Deutschland hat mit der großen WM-Bühne dagegen Probleme, vor allem Poul Zellmann. Wie schon über 400 m Freistil schwamm der 21-Jährige auch über die halbe Distanz als 34. (1:48,67) seiner Form von der DM vor fünf Wochen deutlich hinterher. "Wir müssen uns mit dem Trainerteam zusammensetzen und versuchen, für die Staffel zu retten, was zu retten ist", sagte der Essener.

Besser machte es der sieben Jahre ältere Rapp. Der Staffel-Europameister von 2012 und 2014 verpasste als 20. zwar auch das Halbfinale, schwamm auf dem Saisonhöhepunkt aber zumindest Bestzeit.

Dieses Ziel verpasste die erst 16-Jährige Celine Rieder auf dem zwölften Platz über 1500 m Freistil (16:25,99) nur um knapp anderthalb Sekunden, ihre WM-Premiere war ein kleiner Lichtblick am Montag. "Das war ein achtbares und tolles Rennen", lobte Lambertz.

Etwas mehr hatte der Bundestrainer von Rückenschwimmer Marek Ulrich erwartet. Der 20-Jährige sei über 100 m "eine halbe Sekunde zu langsam angegangen", sagte Lambertz. Ulrich gab nach seinem 22. Platz zu: "Die WM ist schon eine andere Nummer."

(jado/sid)
 
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